Landgericht : Fünf Jungen missbraucht – Prozessauftakt

Berlin - Der Heimerzieher schob sein Verhalten auf mangelhafte „professionelle Distanz“: Jahrelang hat Wolfgang G. Kinder missbraucht, die in einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Mahlsdorf lebten. Opfer waren fünf Jungen zwischen neun und 13 Jahren. Von 32 Taten zwischen Juli 1999 und Oktober 2006 geht die Staatsanwaltschaft aus. „Die Anklage ist im Großen und Ganzen richtig“, gestand der 48-jährige G. am Mittwoch vor dem Landgericht.

Er arbeitete seit 1998 in dem Heim am Hultschiner Damm. Dort waren Kinder und Jugendliche aus sogenannten Problemfamilien untergebracht. Die Opfer soll er in ihren Zimmern oder in seiner Wohnung in Moabit missbraucht haben. Zum Teil hatte er die Übergriffe auch gefilmt. Nachdem eine Mutter im letzten Sommer eine DVD bei ihrem Sohn entdeckt hatte, wurde der Erzieher verhaftet. „Ich bin immer gleich ins Kumpelhafte abgerutscht“, meinte der Angeklagte. Ihm sei es leider schwer gefallen, die notwendige Distanz zu halten.

Im Jahr 1996 musste er ein Caritas-Heim verlassen, weil ein Jugendlicher nach einem Gruppenabend bei ihm übernachtet hatte. Der Prozess wird am 2. März fortgesetzt.K. G.

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