Der Tagesspiegel : Landrat-Kandidatur: Leichsenring lehnt SPD-Angebot ab

Michael Mara

Die parteilose Eberswalder Polizeipräsidentin Uta Leichsenring wird nicht für einen Landratsposten in der Uckermark kandidieren. Ein entsprechendes Angebot hatte ihr der dortige SPD-Unterbezirk unterbreitet. Dem Tagesspiegel sagte Leichsenring am Donnerstag, sie habe SPD-Unterbezirkschef Jürgen Hoppe schriftlich mitgeteilt, dass sie das Angebot "aus persönlich familiären Gründen" ausschlagen müsse. Es wäre ihr derzeit nicht möglich, ihrer Präsenzpflicht in der uckermärkischen Hauptstadt Prenzlau nachzukommen. "Eine Zusage wäre nicht verantwortungsvoll."

Die unter Personal- und erst recht Frauenmangel leidende SPD sähe Leichsenring, die besonders durch ihr Engagement gegen den Rechtsextremismus über die Grenzen Brandenburgs hinaus bekannt geworden ist, gern in ihren Reihen. Erst recht, seitdem feststeht, dass das Polizeipräsidium Eberswalde der heftig umstrittenen Polizeistrukturreform von Innenminister Jörg Schönbohm zum Opfer fallen wird. Wie berichtet werden die derzeit sechs Polizeipräsidien im nächsten Jahr auf lediglich zwei (Potsdam und Frankfurt) reduziert.

Als sicher gilt, dass keiner der bisherigen sechs Polizeipräsidenten weiterbeschäftigt wird. Bei Leichsenring spielt nach Meinung von Insidern auch eine Rolle, dass das Verhältnis zu Innenminister Jörg Schönbohm nicht das beste ist. Angeblich soll er Zweifel an ihrer Kompetenz als Polizeipräsidentin haben. Leichsenring ließ gestern offen, ob sie sich an der von Schönbohm für den Sommer angekündigten Ausschreibung der künftig zwei Präsidenten-Posten beteiligen wird. Zu den Avancen der SPD sagte die Präsidentin, sie wolle sich dazu derzeit nicht konkret äußern. "Es ist zu früh". Aber sie stehe der SPD "keinesfalls verschlossen gegenüber". SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness bestätigte, dass seine Partei großes Interesse an einer Mitarbeit von Leichsenring habe. Inoffiziell wird in der SPD nicht ausgeschlossen, dass die derzeitige Polizeipräsidentin bei der Landtagswahl 2004 für die SPD kandidieren könnte. "Sie hätte sogar das Zeug, Innenministerin zu werden."

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