Landtag : SPD investiert zwei Millionen in Wahlkampf

Matthias Platzeck soll es in Brandenburg für die SPD wieder einmal richten. Ungeachtet des historischen Tiefs der Bundespartei will die märkische SPD aus der Landtagswahl am 27. September "deutlich als stärkste Kraft" hervorgehen, erklärte der SPD-Spitzenkandidat.

Thorsten Metzner
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Foto: ddpddp

Potsdam - Matthias Platzeck soll es in Brandenburg für die SPD wieder einmal richten. Ungeachtet des historischen Tiefs der Bundespartei will die märkische SPD aus der Landtagswahl am 27. September „deutlich als stärkste Kraft“ hervorgehen, erklärte der SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident am Freitag in Potsdam zum Start der heißen Phase des SPD-Wahlkampfes. Die von ihm geführte Regierung habe die vor der letzten Wahl gegebenen Versprechen „im Wesentlichen“ gehalten. „Ich möchte die nächsten fünf Jahre Ministerpräsident dieses Landes sein.“ Er werde dafür auf 150 Veranstaltungen bis zum 27. September werben. Es ist durchaus ein Phänomen: Tatsächlich geht die SPD hier als Favorit in die Landtags- und Bundestagswahl, obwohl fast überall sonst in Deutschland – auch in Berlin – die Union in Umfragen führt.

Beim Ringen um die Wählergunst werden die zwei Millionen Märker eine Materialschlacht erleben. Zwei Millionen Euro, so viel wie keine andere Partei, investiert allein die SPD in den Wahlkampf: So werden in einer ersten Welle jetzt 950 Großplakate aufgestellt, in denen die SPD Jobs und Bildungsgerechtigkeit verspricht. Vor allem aber setzt die SPD auf die Popularität Platzecks, die schon bei der Landtagswahl 2004 – ebenfalls gegen den Bundestrend – einen knappen Sieg gesichert hatte. Die SPD holte damals 32 Prozent, gefolgt von Linken (28) und CDU (18). So werden jetzt zehntausend Porträt-Plakate mit Platzeck zu sehen sein, auf denen sein Name nicht einmal mehr genannt wird. Die Unterschrift lautet: „Der Brandenburger.“ Das gab es nicht einmal in der Ära des langjährigen SPD-Regierungschefs Manfred Stolpe.

Platzeck stellte zugleich klar, dass Brandenburgs SPD auf keinen Fall auf Distanz zum Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier – er tritt in Brandenburg an – und der Bundespartei gehen wird. „Wir lassen uns nicht irremachen.“ Thorsten Metzner

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