Der Tagesspiegel : Laster dürfen weiter auf allen Straßen fahren Keine Sperrungen wegen Mautprellern geplant

-

Potsdam In Brandenburg wird es in absehbarer Zeit keine Sperrungen von Bundesstraßen für Lastwagen geben. Kein Landkreis habe bisher beim Verkehrsministerium einen entsprechenden Antrag gestellt, teilte Behördensprecher Lothar Wiegand mit. Nach Einführung der Autobahn-Maut zu Jahresanfang hatte es in einigen Orten teilweise massive Beschwerden von Anwohnern über den zunehmenden Lastwagenverkehr gegeben. Viele Lkw-Fahrer, so lautete die Vermutung, würden die Gebühr von 12,4 Cent pro Autobahnkilometer sparen und auf Bundesstraßen ausweichen. Das Bundesverkehrsministerium ordnete daraufhin eine Verkehrszählung an. Das Ergebnis soll, entgegen ersten Ankündigungen, erst am Jahresende vorliegen.

Unabhängig davon können Landesbehörden selbständig eine Sperrung vornehmen. Der Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung erlaubt dies bei „außerordentlichen Gefahrenlagen“ durch Lärm und Abgase. In Brandenburg wurde das bisher im Unterschied zu Hessen und Rheinland-Pfalz nirgendwo festgestellt. Dort waren einzelne Bundesstraßen wegen einer Zunahme von Mautprellern für Lastwagen gesperrt worden.

„Die Schmerzgrenze liegt bei etwa 1500 Lkw auf einer Straße pro Tag“, sagte Lothar Wiegand vom Brandenburger Verkehrsministerium. „Bei uns wird diese Zahl nicht erreicht. Wir liegen auf einigen Strecken bei maximal 800 Lastwagen.“ Die Landkreise würden ihre Zurückhaltung mit der Rücksicht auf den regionalen Wirtschaftsverkehr begründen, der durch ein Lkw-Fahrverbot ebenfalls beeinträchtigt würde. Die meisten Beschwerden über eine Zunahme des Laster-Verkehrs waren Anfang 2005 entlang der B87 im Osten, an der B96 südlich Berlins sowie an der B1 und an der B2 bei Potsdam laut geworden. Inzwischen sind hier die meisten Beschwerden verstummt. Viele Bürgermeister wollten mit den Protesten nicht zuletzt den Bau von Umgehungsstraßen erreichen. Doch dafür gibt es kein Geld. Ste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar