Lauchhammer : Polizistenmord: Verdächtige wieder frei

Die zwei im Zusammenhang mit dem Polizistenmord im südbrandenburgischen Lauchhammer festgenommenen Tatverdächtigen sind wieder auf freien Fuß. Die Richterin lehnte Haftbefehl ab.

Daniel Preikschat

Lauchhammer - Die Enttäuschung war den Männern von Polizei und Staatsanwaltschaft, die am Freitag in Cottbus vor die Presse traten, deutlich anzusehen. Am Tag zuvor hatte eine Haftrichterin am Amtsgericht Cottbus den Ermittlern den Haftbefehl für einen Hauptverdächtigen versagt. Bernhard Brocher, Chef der Cottbusser Staatsanwaltschaft, bemühte sich um Schadensbegrenzung – und darum, die Hintergründe der beiden vorläufigen Festnahmen vom Mittwoch zu erklären. Beamte der Mordkommission hatten in Gröditz bei Riesa den 37-jährigen Vadim S. und den 28-jährigen Alexander V. als Tatverdächtige festgenommen. Beide seien in Polen wegen eines Drogendeliktes bereits polizeilich aufgefallen. Die Ermittler setzten darauf, dass die Aussagen der beiden Männer im Abgleich mit Spuren und Hinweisen aus der Bevölkerung ausreichten, um zumindest Vadim S. in Untersuchungshaft zu bringen. Die Haftrichterin am Cottbuser Amtsgericht sah das offenbar anders. Beide Männer sind wieder auf freiem Fuß.

„Wir sind enttäuscht, weil wir überzeugt waren, dass die von uns vorgelegte Indizienkette plausibel nachvollziehbar ist“, sagte Staatsanwalt Brocher. Der Leitende Oberstaatsanwalt und Polizeipräsident Arne-Christian Feuring deuteten lediglich an, welche Indizien das waren. Zum einen gab es da die „große Wahrscheinlichkeit“, dass Vadim S. die Person ist, die auf einem Blitzer-Foto zu sehen ist, das kurz nach dem Mord an dem Polizisten Steffen M. unweit vom Tatort entstanden ist. Der Geblitzte saß am Steuer des gestohlenen Privatwagens des Mordopfers. Zum anderen hatten Suchhunde DNA-Mischspuren des Verdächtigen gefunden. Das Material ist aber offenbar nicht von guter Qualität und wird vor Gericht nicht anerkannt.

Ob die Staatsanwaltschaft Beschwerde gegen die Ablehnung des Haftbefehls einlegt und das Landgericht erneut entscheidet, ließ Brocher offen. Es werde weiter mit Hochdruck ermittelt. Der Chef der Cottbuser Mordkommission Peter Augustin zeigte sich sicher: „Unsere Ermittlungsrichtung stimmt.“ Daniel Preikschat

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