Lausitz : Baby offenbar gewaltsam zu Tode gekommen

Der am Donnerstag in der Lausitz entdeckte tote Säugling wurde offenbar Opfer eines Gewaltdeliktes. Ein anonymer Briefschreiber gab der Polizei den entscheidenden Hinweis zum Fundort.

Cottbus"Wir ermitteln wegen Totschlags", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Cottbus am Freitag. Nach der vorläufigen Obduktion sei die konkrete Todesursache noch immer unklar, es müssten weitere feingewebliche Untersuchungen abgewartet werden. Doch vermutlich habe das Kind bei der Geburt gelebt. Bei dem Säugling handelt es sich den Angaben zufolge um einen nur wenige Tage alten Jungen. Er wog rund 2800 Gramm. Dem Ergebnis der Obduktion zufolge lag die Babyleiche etwa eine Woche am Fundort, bevor sie am Donnerstag von Polizisten entdeckt wurde.

Die Ermittler suchen zudem nach dem anonymen Briefeschreiber, der den entscheidenden Hinweis zum Fundort gab. Der Brief, der bei der Polizeiwache Calau eingegangen war, werde untersucht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Cottbus. Polizisten hatten daraufhin das Kind in der Nähe des Gräbendorfer Sees (Oberspreewald-Lausitz) im Sand vergraben gefunden. Die Stelle ist rund 25 Meter vom Ufer entfernt, jedoch weit weg von Häusern. Der anonyme Hinweisgeber müsse nichts mit dem Kind zu tun haben. Der Briefschreiber könne auch ein Zufallszeuge sein, sagte der Staatsanwalt der "Lausitzer Rundschau". Zudem hofft die Polizei auf Mithilfe der Bevölkerung.

Es ist bereits die vierte Babyleiche, die seit Dezember 2007 in der Region gefunden wurde. Erst kürzlich waren in Cottbus, Lübben und Nauen ebenfalls Babyleichen entdeckt worden. (imo/kög/AFP/ddp)

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