Der Tagesspiegel : Lausitz: Laubag kritisiert Einsatz schwedischer Politiker für Horno

Senftenberg (dpa).

Senftenberg (dpa). Im Streit um die geplante Abbaggerung des Ortes Horno hat die Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) das Engagement schwedischer Politiker kritisiert. Fünf kleinere Fraktionen hatten Anfang Oktober einen Antrag ins schwedische Parlament eingebracht, in dem sie die Erhaltung Hornos fordern. Als Reaktion lädt die Laubag die Politiker nun schriftlich in die Lausitz ein.

Allein der Energiekomplex Jänschwalde sichere rund 4000 Arbeitsplätze, heißt es in dem Brief. Der Vize-Vorsitzende des Laubag-Aufsichtsrates, Ulrich Freese, bitte die Abgeordneten, die Beschlüsse des Brandenburger Parlamentes zum Braunkohlenbergbau in Jänschwalde und zur Umsiedlung Hornos zu respektieren. "Eine andere Entscheidung der Politik wäre wirtschaftspolitisch unverantwortlich gewesen."

Die schwedischen Abgeordneten sehen sich in der Verantwortung, weil der schwedische Staatskonzern Vattenfall über seine Hamburger Tochter HEW Mehrheits-Eigentümer der Laubag ist. Die Abbaggerung eines Ortes stehe in einem "unauflösbaren Widerspruch zum umweltethischen Anspruch Vattenfalls", argumentieren die Schweden. Die Gemeindevertreter Hornos sehen in der parlamentarischen Initiative "einen ganz kleinen Strohalm". Auch sie hoffen auf den Besuch aus Stockholm, teilten sie mit. Die Einladungen sollen kommende Woche rausgehen. Die Umsiedlung der Einwohner ist bis Ende 2002 vorgesehen.

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