Der Tagesspiegel : Lausitzring soll verkauft werden

Ausschreibung noch im ersten Quartal 2007

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Cottbus - Der Lausitzring soll in diesem Jahr verkauft werden. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium bestätigte am Freitag, dass die Rennstrecke im Südosten Brandenburgs „noch im 1. Quartal 2007“ europaweit ausgeschrieben werde. „Ziel ist es, dass dieses Ausschreibungsverfahren bis zum Jahresende abgeschlossen wird“, sagte Ministeriumssprecherin Claudia Lippert. Ein erster Anlauf, einen neuen Eigentümer zu finden, war allerdings im Jahr 2004 gescheitert.

Der Lausitzring, eins der umstrittenen gescheiterten Großprojekte der Ära des früheren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD), hatte nur zwei Jahre nach der Eröffnung im Jahr 2002 Insolvenz anmelden müssen. Er war einst mit 126 Millionen Euro – 90 Prozent der Gesamtinvestition – vom Land gefördert worden. Die hohe öffentliche Förderung und spätere staatliche Zuschüsse für die Betreiber des Lausitzringes, der einst als „Infrastrukturmaßnahme“ für die strukturschwache Bergbauregion finanziert wurde, wird derzeit noch von Brüssel überprüft. Die EU befragt auch andere europäische Rennstrecken hinsichtlich der Gewährung öffentlicher Zuschüsse, so Lippert.

Dass bei Autorennstrecken die öffentliche Hand mit im Boot sitzt, ist nicht ungewöhnlich. Kürzlich hat der Landesrechnungshof von Rheinland-Pfalz hohe Verluste von jeweils neun Millionen Euro in den Jahren 2004 und 2005 bei der Betreiber-GmbH des Nürburgrings gerügt, die zu 90 Prozent dem Land und zu 10 Prozent dem Landkreis gehört. Hauptursache der roten Zahlen seien die Formel-1-Rennen, so die dortigen Prüfer. Ohne diese stünde die Rennstrecke besser da. Dies ist beim Lausitzring der Fall, dessen Betreiber bis heute vergeblich darauf hoffen, dass auf dem Areal – die Besonderheit ist die stadionartige Arena, die den Zuschauern einen Überblick über die gesamte Strecke ermöglicht – einmal Formel-1-Rennen ausgetragen werden. Auf dem Lausitzring finden auch Konzerte und Großveranstaltungen statt.thm

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