Lausitzring : Traum von der Formel 1

Der Streit unter den Motorsportverbänden ist zwar beigelegt. Aber am Lausitzring wird weiter auf die großen Rennen gehofft.

Claus-Dieter Steyer
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Schnelle Autos, aber keine Formel 1. Auf dem Lausitzring drehten Piloten der Champ-Car World Series bereits ihre Runden. Foto: dpa

Klettwitz – Nur kurz währte der Traum tausender Motorsportfans von einem Formel-1-Gastspiel im nächsten Jahr auf dem Lausitzring. Als sich die abtrünnigen Rennställe mit dem Internationalen Motorsportverband doch noch auf eine einheitliche Rennserie 2010 einigten, lösten sich alle Hoffnungen auf ein weltweit beachteten Ereignis in Luft auf. Dabei hatte in Klettwitz, Schipkau, Senftenberg, Meuro und in vielen anderen Orten rund um die im August 2000 eröffnete Strecke mit Platz für 120 000 Zuschauer sogar schon ein Gerücht mit einem Termin die Runde gemacht. Am 15. August sollten die Rennställe mit der „New Formula“ in der Lausitz angeblich Station machen.

Die großen Erwartungen der Menschen in der Lausitz an die Formel 1 sind vor allem in der Vergangenheit begründet. Nur mit der Aussicht darauf war die Anlage überhaupt in der Lausitzer Tagebaulandschaft errichtet worden. Brandenburgs Landesregierung versprach „ein neues Image“, „mindestens 1 500 Arbeitsplätze“ und einen dauerhaften Anziehungspunkt“.

Eine Nachfrage bei den heutigen Betreibern des Lausitzringes deutete durchaus auf Interesse für so ein Großereignis hin. „Wir sind grundsätzlich offen für alle neuen Veranstaltungen, die es bisher bei uns noch nicht gab“, sagte Sprecher Frank Poensgen. Die Formel 1 als Motorsportveranstaltung mit der größten Zuschauerresonanz sei natürlich sehr reizvoll. Allerdings müssten die „Rahmenbedingungen“ stimmen. „Weder der Förderverein Lausitzring als Eigentümer, noch wir als Betreiber sind in der Lage, einen hohen finanziellen Beitrag zu leisten“, meinte Poensgen von der alpha Technik GmbH aus dem bayerischen Stephanskirchen, die die Anlage am Jahresanfang übernommen hatte.

Kritiker des von der Landesregierung mit 123 Millionen Euro geförderten Prestigeobjektes halten den bisherigen Verzicht der Formel 1auf den Eurospeedway sogar für einen Glücksfall. Dieser habe den Eigentümern viele Millionen Euro Verlust erspart. Erst am Mittwoch hatte die Stadt Hockenheim beschlossen, sich künftig aus der Finanzierung des defizitären Formel-1-Rennens zurückzuziehen. Der Eurospeedway war im Sog der Berliner Bankenkrise 2002 in die Insolvenz geraten. Zu den Höhepunkten auf dem Oval gehörten bisher die zweimaligen Gastspiele der amerikanischen Champ- Car-Serie sowie drei Rock-Konzerte. In diesem Jahr stehen nach der erfolgreichen Deutschen Tourenwagenmeisterschaft zu Pfingsten noch mehrere kleine Motorsportveranstaltungen auf dem Programm. Am kommenden Wochenende präsentieren sich historische Rennwagen aus der Zeit zwischen 1966 und 1981 bei einem Sechs-Stunden-Rennen.

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