LBBW : Neuer Chef bekommt mehr als 500.000 Euro

Weil die angeschlagene Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine Kapitalspritze vom Staat erhalten musste, hatte sich der Landtag darauf geeinigt, dass das Gehalt für Spitzenmanager gedeckelt wird. Nun hält sich das Land gut einen Monat später selbst nicht mehr daran.

ReutlingenMinisterpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte, die Suche nach einem "neuen starken Mann" für die LBBW wäre mit einem Deckelbeitrag von 500.000 Euro aussichtslos gewesen. Es sei mit allen Beteiligten besprochen, dass der Landtagsbeschluss "nicht die Vorgabe bleibt". 

Über das geplante Gehalt für den kommenden Vorstandschef Hans-Jörg Vetter dürfe er keine Auskunft geben, sagte Oettinger. Der Südkurier berichtete, Vorgänger Jaschinski habe rund 700.000 Euro Festgehalt pro Jahr plus leistungsabhängiger Zulagen verdient. Vetter komme das Land vermutlich teurer. Als Chef der Landesbank Berlin erhielt er 2008 insgesamt 1,75 Millionen Euro. 

Wann der neue Chef seine Arbeit bei der LBBW aufnimmt, ist noch unklar. In einem Brief an die Mitarbeiter soll Vetter jedoch geschrieben haben, er werde sein Amt bis zu Hauptversammlung am 9. Juni wahrnehmen.

Bei seinem Beschluss Mitte März hatte sich der Landtag einstimmig dafür entschieden, das Gehalt von Spitzenmanagern in Zeiten roter Zahlen zu begrenzen. Allerdings hat diese Aufforderung keinen bindenden Charakter. (sp/dpa)