Lebensmittel : Anhebung der Milchpreise stößt auf Kritik

Die Preise für Milchprodukte sollen in dieser Woche um bis zu 50 Prozent steigen. Mit höheren Rohstoffpreisen lässt sich das nicht rechtfertigen, kritisiert SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber.

Milch
Milchprodukte sollen bald bis zu 50 Prozent mehr kosten. -Foto: ddp

DortmundDie SPD hat die angekündigten drastischen Preiserhöhungen für Milchprodukte kritisiert. "Wenn etwa Butter um rund die Hälfte teurer werden soll, wird massiv übertrieben", sagte SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Der "Rohstoff selbst, die Milch, die sich verteuert, macht weniger als die Hälfte, meist weniger als ein Drittel des Endpreises aus", fügte Kelber hinzu.

Preiserhöhungen bis zu 50 Prozent seien daher nicht mit der Erhöhung des Milchpreises zu rechtfertigen. Grundsätzlich begrüßte Kelber aber höhere Erzeugerpreise: "Wenn die Bauern statt 26 Cent 32 oder 33 Cent pro Liter erhalten, ist das gut", sagte der SPD-Fraktionsvize dem Blatt. Die Landwirte müssten "endlich fairere Preise" für die Milch erhalten.

Liter Milch um fünf bis zehn Cent teurer

Die Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) hatte am Wochenende angekündigt, in dieser Woche würden die Preise für Milchprodukte um bis zu 50 Prozent steigen. Dies ist laut ZMP ein bisher einmaliger Preisruck in Deutschland. Laut Milchindustrie-Verband (MVI) kostet das Päckchen Butter dann 1,19 Euro statt bisher 79 Cent. Der Quark wird demnach 40 Prozent teurer, der Liter Milch fünf bis zehn Cent.

Laut Wirtschaftsforschern müssen die Deutschen sich an höhere Preise für Lebensmittel gewöhnen. Waren früher vorübergehende Faktoren wie Missernten oder Tierseuchen für Preisschübe verantwortlich, so ist es heute die Nachfrage aufstrebender Länder wie China und Indien, also bleibende Veränderungen. (mit AFP)