Lebensmittelpreise : Apfelsaft wird ab Oktober drastisch teurer

Apfelsaft wird ab dem kommenden Monat doppelt so teurer: Schuld sind Missernten in Osteuropa. Die Preise für Orangensaft sind bereits gestiegen.

Apfelsaft
Apfelsaftpreise steigen um das Doppelte. -Foto: ddp

BonnDie Preise in den Supermärkten werden ab Oktober voraussichtlich um bis zu 50 Prozent steigen, sagte Klaus Sondhauß, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaftindustrie (VdF). Derzeit kostet ein Liter Apfelsaft bei den Discount-Marken rund 80 Cent, je nach Qualität kann der Preis in anderen Supermärkten bis zu 1,40 Euro erreichen. Die Hersteller setzen die höheren Preise nach Verbandsangaben derzeit bei den Verhandlungen für die Lieferverträge durch.

In diesem Jahr stünden den Produzenten nur 75 Prozent der Ernte des Vorjahres zur Verfügung, teilte der Fruchtsaft-Verband mit. Grund sind vor allem Missernten in osteuropäischen Ländern, den Hauptproduzenten von Apfelsaft. Für Deutschland ist nur eine normale Ernte abzusehen, jedoch würden einheimische Bestände teuer von ausländischen Herstellern aufgekauft.

Deshalb hätten sich für die deutschen Fruchtsaft-Unternehmen die Apfel-Preise verdoppelt. Die Preise für Apfelsaftkonzentrat seien sogar um 250 Prozent gestiegen. Dies sind die höchsten Preise seit rund zehn Jahren. Deshalb sei derzeit nicht auszuschließen, dass Apfelsaft bald teurer als Orangensaft sei.

Mixgetränke werden ebenfalls teurer

Hohe Apfelpreise werden auch die Preise für Apfelschorle oder Multivitaminsaft steigen lassen. Aufgrund von Missernten bei diesen Obstsorten dürften demnach auch Trauben- und Johannisbeer-Saft teurer werden. Außerdem schlügen auch höhere Preise für Energie, Verpackung und Kraftstoffe auf die Preise durch.

Die Preise für Orangensaft sind bereits stark gestiegen. Als Gründe gaben die Hersteller die starken Hurrikane der vergangenen Jahre, Missernten sowie die höhere Nachfrage aus China und Russland an. Laut Verband dürften die Orangensaft-Preise in der näheren Zukunft nicht weiter steigen. Allerdings sei auch kein Sinken der Preise mehr zu erwarten. (mit AFP)