Der Tagesspiegel : Lehrer müssen künftig eine Stunde länger lehren

POTSDAM (thm).Grundschullehrer sollen künftig ohne Lohnausgleich länger arbeiten.Das ist Teil eines Reformpaketes von SPD-Landtagsfraktion und Bildungsministerium, mit dem Versäumnisse und Defizite märkischer Bildungspolitik korrigiert werden sollen.Danach soll die Pflichtstundenzahl für die Lehrer der Klassenstufen 1 bis 6 um eine Stunde auf 28 Wochenstunden erhöht werden.

Die Mehrarbeit soll dem Unterricht in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen zugute kommen.In diesen Fächern, die künftig bis zum Abitur Pflicht für alle Schüler sind, galten bei Wirtschaft und Universitäten brandenburgische Schüler bislang als ungenügend ausgebildet."Da dies den Kindern und der Qualität der Ausbildung zugute komme, sei dies für die Lehrer eine vertretbare Zumutung", erklärten SPD-Fraktionschef Wolfgang Birthler und SPD-Bildungsministerin Angelika Peter.

Dagegen kündigte die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Proteste gegen die Arbeitszeitverlängerung für die Grundschullehrer an, die durch ein Beschäftigungssicherungskonzept - Lohnverzicht statt Kündigungen - nur zwei Drittel des ohnehin geringeren Ost-Tarifs verdienen."Die Arbeitszeitverlängerung ist das Dümmste aller Mittel", erklärte GEW-Landeschef Günter Fuchs.Man schiebe den Lehrern, auf die die Kosten für überfällige Korrekturen im Bildungswesen abgewälzt würden, den schwarzen Peter für eigene Versäumnisse und Fehler zu.Mit dem Vorgehen von Bildungsministerium und SPD-Mehrheitsfraktion würden die Lehrer im Land "weiter demotiviert", warnte die GEW.



Die SPD-Landtagsfraktion beschloß auf einer Klausurtagung außerdem, daß Brandenburger Lehrer pro Jahr zwei Fortbildungstage absolvieren müssen.Schon ab kommendem Schuljahr wird zum Ende der 10.Klasse - wie schon zu DDR-Zeiten - quasi eine Prüfung eingeführt.Universitäten und Wirtschaft hatten bemängelt, daß Schulabsolventen ungenügend auf Prüfungssituationen vorbereitet würden.

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