LEHRSTELLENBÖRSE : Gourmet-Experte

S. Hoelper

HEUTE GESUCHT:

Bald beginnt das neue Ausbildungsjahr und viele Jugendliche suchen eine Lehrstelle. Mit meinestadt.de hat der Tagesspiegel die Aktion „Lehrstellenbörse – Perspektive Jugend“ gestartet: Zweimal wöchentlich porträtieren wir Firmen, die Ausbildungsplätze vergeben.

Ein wenig seltsam kommt er sich schon vor, wenn er den randvoll mit rohen Erbsen gefüllten Teller durch das leere Restaurant balanciert und mit dem Wasserglas treppauf, treppab läuft, ohne dass es überschwappen darf. Doch das gehört zur Ausbildung zum Restaurantfachmann dazu. Alle Handgriffe werden trainiert, bis sie perfekt sitzen.

Drei Azubis sind im vor wenigen Wochen eröffneten Gourmet-Restaurant P12 in der Mommsenstraße bereits dabei, zu lernen, wie man serviert. Einen weiteren Azubi stellt das Unternehmen zum 1. September ein.

Die Lehre beginnt damit, die vielen vermeintlichen Kleinigkeiten zu trainieren: Gläser blitzblank polieren, den Tisch eindecken, aufrecht durchs Restaurant gehen und stets freundlich lächeln. „Im ersten Jahr lernt der Azubi, was hinter den Kulissen passiert“, sagt Restaurantleiter Simon Müller. Dazu gehört zunächst etwas sehr Genüssliches: Die Azubis probieren die auf der Karte aufgeführten Speisen und Getränke. Schließlich ist es Aufgabe eines Restaurantfachmanns, den Gästen zu erklären, dass ein Balic-Lachs das besonders gute Stück des Fisches ist oder woraus ein Mojito besteht. Bereits am Geruch muss er erkennen, ob ein Wein korkt. „Der Azubi soll die Kollegen ständig löchern“, sagt Müller. Außerdem soll er sich in Fachbüchern oder im Internet informieren.

Nicht nur Produktkenntnisse, gute Umgangsformen und Hygiene werden dem Azubi während seiner dreijährigen Lehrzeit vermittelt. Für einige Wochen wird er auch in der Küche eingesetzt, sowohl am Herd, um kochen zu lernen, als auch an der Spüle. Des weiteren steht er hinter der Bar, um Cocktails zu mixen. Ebenso gehört zur Ausbildung, Preise zu gestalten und bei der Inventur zu helfen.

Nach einer gewissen Einarbeitungszeit bedient der angehende Restaurantfachmann natürlich auch Gäste. Anfangs serviert er Butter und Brot, später alle Gänge und Getränke. Er nimmt die Bestellung der Gäste auf und berät sie.

Da versteht es sich von selbst, dass der Bewerber kontaktfreudig sein sollte. Auf Schulnoten kommt es Geschäftsführer Steve Wolff dagegen weniger an, auch der Schulabschluss sei zweitrangig. „Wer sympathisch ist und Interesse am Beruf zeigt, hat auch als Hauptschüler Chancen“. Bewährt sich der Azubi, wird er anschließend „gern übernommen“.

Die Vergütung beträgt laut Bundesinstitut für Berufsbildung zwischen 496 im ersten und 630 Euro im dritten Jahr. Interessenten können vor der Ausbildung ein Praktikum absolvieren. Weiteres unter Email: info@p12-berlin.de. S. Hoelper

Die Lehrstellenbörse im Internet: www.tagesspiegel.de/lehrstellenboerse, www.meinestadt.de

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