Leichtathletik : Sprinter kämpfen gegen Nebel und Kälte

Die Namen versprachen ein Sprint-Spektakel, doch die Witterungsbedingungen bremsten die Stars beim Leichtathletik-Meeting in Eugene auf den kurzen Strecken.

Eugene/BostonBeim Grand-Prix-Meeting der Leichtathleten in Eugene (US-Bundesstaat Oregon) gab es drei Jahresweltbestleistungen durch schnelle Frauen. Dennoch hatten sich Fans, Veranstalter und Teilnehmer mehr erhofft. Über 200 Meter der Männer reichte es trotz Topbesetzung mit 100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika), Wallace Spearmon, Xavier Carter und Jeremy Wariner (alle USA) nur eine Durchschnitts-Zeit. Carter gewann das Rennen in 20,23 Sekunden vor Spearmon (20,25).

Für den 21-Jährigen war es der erste Sieg in diesem Jahr und eine gelungene Generalprobe für die US-Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Indianapolis. "Ich habe den Sport zu Beginn des Jahres nicht so ernst genommen", meinte Carter. Aber die schwachen Ergebnisse seien für ihn ein Weckruf gewesen. Im Vorjahr hatte er Schlagzeilen gemacht, als er bei den College-Meisterschaften vier Titel holte. Das hatte in der Geschichte der National Collegiate Athletic Association (NCAA) vor ihm nur der legendäre Jesse Owens geschafft.

Powell: "Es war zu windig und zu kalt"

Zudem lief Carter im Juni 2006 in Lausanne mit 19,63 Sekunden die zweitschnellste je gelaufene Zeit. Powell wurde diesmal in bescheidenden 20,55 Sekunden Dritter, doch der Jamaikaner hatte dafür eine einfache Erklärung. "Es war zu windig und zu kalt. Aber die nächsten 200 Meter werden anders", versprach er. 400-Meter-Olympiasieger und -Weltmeister Jeremy Wariner spielte nur die Statistenrolle und trudelte nach 20,78 Sekunden als abgeschlagener Sechster ins Ziel.

Anstelle der schnellen Sprinter feierten die Fans im Hayward Field eine flinke Frau. Maria Mutola aus Mosambik gewann die 800 Meter in der Weltjahresbestzeit von 1:58,33 Minuten. Für die unverwüstliche Mittelstreckenläuferin war es bereits der 15. Sieg in Serie in Eugene. Über 800 Meter der Männer setzte sich der US-Amerikaner Nick Symmonds im Schluss-Spurt in 1:44,54 Minuten gegen Russlands Olympiasieger Juri Borsakowski (1:44,71 Minuten) durch.

Schnellste Meile in den USA

Zwei weitere Jahresweltbestzeiten gab es über 400 Meter Hürden der Frauen durch Melaine Walker aus Jamaika (54,14 Sekunden) und die Äthiopierin Gelete Burka über 1500 Meter in 4:00,48 Minuten.

Herausragend war auch der Auftritt von Daniel Komen über die Meile. In 3:48,28 Minuten war der Kenianer soll schnell wie nie jemand zuvor in den USA über diese Distanz. Die alte Bestmarke hielt sechs Jahre lang der Marokkaner Hicham El-Guerrouj (3:49,92 Minuten). Ein einsames Rennen im Nebel von Eugene lief Paul Koech über 3000 Meter Hindernis. Der Kenianer siegte in 8:08,10 Minuten - nur er selbst war in diesem Jahr schon schneller: Vor zwei Wochen hatte Koech beim Meeting im niederländischen Hengelo in 8:01,05 Minuten ebenfalls klar gewonnen. (Von Heiko Oldörp, dpa)