Leichtathletik-Weltfinale : Zweite Ehrenrunde

Vor dem Umbau des Stuttgarter Stadions könnte doch noch mal das Weltfinale der Leichtathleten stattfinden - wenn die Finanzen stimmen.

Asafa Powell
Weltrekordler Asafa Powell: Wiedersehen im nächsten Jahr?Foto: AFP

StuttgartFast hätte man meinen können, Zeuge eines perfekt inszenierten Rettungsversuches zu sein. Bei Spätsommer-Sonnenschein läuft 100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell auf der grünen Bahn im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion in 9,83 Sekunden so schnell wie kein anderer Athlet jemals zuvor auf deutschem Boden. Die schöne Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic aus Kroatien verabschiedet sich nach ihrem Sieg mit einem kecken Hüftschwung, Stabhochsprung-Superstar Jelena Isinbajewa aus Russland gewinnt zum ersten Mal in ihrer Karriere erst im Stechen und krabbelt anschließend auf allen Vieren durchs Stadion, um ihren verloren gegangenen Glücksohrring zu suchen.

Das Weltfinale sollte Stuttgart den Abschied von der Leichtathletik so schwer wie möglich machen. Denn der VfB Stuttgart kauft der Stadt so gut wie sicher das Stadion ab und wird es 2009 so umbauen, dass kein Platz mehr für eine Laufbahn bleibt. Der Vertrag für das Weltfinale gilt zwar auch noch für das nächste Jahr, aber das Defizit der Veranstaltung ist so groß, dass der Zuschuss der Stadt schon in diesem Jahr aufgebraucht ist, obwohl er bis zum nächsten Jahr reichen sollte.

Das spricht für eine Verlegung des Weltfinales, vielleicht sogar nach Asien. Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster sagt nun allerdings: „Ich kann mir gut vorstellen, dass das Weltfinale auch im nächsten Jahr bei uns stattfindet, allerdings müssen die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen.“ Darüber soll mit dem Welt-Leichtathletikverband bald verhandelt werden. Das wäre eine gute Nachricht für die deutsche Leichtathletik, und Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, sagt: „Es wäre die Ideallösung, wenn das Weltfinale 2008 noch einmal in Stuttgart stattfinden würde. Das könnte das Publikum auch in Süddeutschland für die WM 2009 in Berlin mobilisieren.“ sro/teu