Leichtathletik-WM : Ecker erlöst deutsche Höhenjäger

Jubel bei Danny Ecker: Mit Bronze sorgte der Leverkusener für den ersten Medaillengewinn der deutschen Stabhochspringer in der WM-Geschichte.

Andreas Schirmer,Ulrike John[dpa]
Danny Ecker Foto: dpa
Bronze-Junge: Stabhochspringer Danny Ecker. -Foto: dpa

Osaka"Das ist der größte Erfolg meiner Karriere. Es fühlt sich sehr gut an", sagte der 30 alte Jahre Leverkusener Danny Ecker nach dem Bronze-Gewinn. Es war die siebte Medaille für die deutsche Leichtathletik bei der 11. Weltmeisterschaft in Osaka. Der Olympia-Fünfte Ecker verlor aber das Glücksspiel in einer Windlotterie. "Bei 5,91 Meter hat der Wind gedreht und es hat nicht mehr gepasst", berichtete der Sohn von Heide Rosendahl-Ecker, die 1972 in München Weitsprung- und Staffel-Olympiasiegerin wurde. 5,81 Meter reichten zu Platz drei hinter Brad Walker (USA/5,86 Meter) und dem höhengleichen Roman Mesnil (Frankreich).

Die Bronze-Plakette ist der erste Medaillengewinn für einen deutschen Höhenjäger in der WM-Geschichte. Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) belegte Platz fünf und der Kölner Tim Lobinger wurde Achter. "Der Bann ist gebrochen. Sonst hieß es immer, die haben die Hosen voll und leere Hände", so Lobinger zum Befreiungsschlag von Ecker.

Drittes Gold für Gay

Der 25-jährige US-Hero Gay hat es mit dem Titel-Hattrick auf den Sprint-Distanzen seinen Landsleuten Maurice Greene (1999) und Michael Johnson (1995) nachgemacht. Nach dem Triumphzug in Osaka will der zum teuersten Athleten der Welt aufgestiegene Gay den vom ihm über 100 Meter und in der Staffel abgehängten Jamaikaner Asafa Powell nun auch den Weltrekord (9,77 Sekunden) abjagen. Das US-Quartett siegte in neuer Weltjahresbestzeit von 37,78 Sekunden vor Powell und Company.

Die deutsche Sprint-Staffel landete in 38,62 Sekunden auf Platz sechs. "Das war pervers, wie es vorne abging", staunte Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg). Nach einem erfolgreichen Protest gegen einen angeblichen Wechselfehler rannte das deutschen Frauen-Quartett über 4x100-Meter in 43,51 Sekunden auf Platz sieben. Den Titel holte die USA mit 200-m-Weltmeisterin Allyson Felix in Weltjahresbestzeit von 41,98 Sekunden.

4x400 Meter-Staffel mit Chancen

Das i-Tüpfelchen zur deutschen WM-Bilanz könnte die 4x400 Meter-Staffel liefern. Ingo Schultz, Kamghe Gaba, Simon Kirch und Bastian Swillims erreichten als Vorlauf-Zweiter in 3:02,21 Minuten das Finale am Schlusstag. "Im Endkampf ist alles möglich", hofft Schultz auf die erste Staffel-Medaille über die Stadionrunde seit der WM 1993.

Keinen Zweifel an ihrer Extraklasse ließ die zierliche Weltrekordlerin Meseret Defar aus Äthiopien über 5000 Meter aufkommen. Die Olympiasiegerin siegte in 14:57,91 Minuten vor den Kenianerinnen Vivian Cheriuyot und Priscah Cherono. Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) musste verletzt nach ihrem 10 000-Meter-Triumph auf einen Start verzichten. Das erste Geher-Gold in der WM-Geschichte für Australien holte Weltrekordler Nathan Deakes. Der frühere Schützling des deutschen Ex-Weltmeister Ronald Weigel kam nach 3:43:53 Stunden ins Ziel des 50-Kilometer-Wettbewerbs. Ein deutscher Geher war nicht am Start.