Leipzig : Freispruch im Prozess um Fußball-Krawalle

Fehlende Beweise haben die Verurteilung eines mutmaßlichen Krawallmachers der Leipziger Ausschreitungen im Frühjahr vereitelt.

LeipzigGut vier Monate nach den schweren Fußball-Ausschreitungen in Leipzig hat das Amtsgericht einen Verdächtigen freigesprochen. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Beweise reichten laut Urteil nicht aus. "Die Gefahr, jemand unschuldig zu verurteilen, ist zu groß", sagte Richterin Marion Weißenfels.

Zwei Polizisten, die den 32 Jahre alten Angeklagten kurze Zeit nach den Krawallen verhaftet hatten, identifizierten ihn lediglich anhand seines hellblauen Kapuzenshirts als mutmaßlichen Randalierer. Der Familienvater hatte eine Nacht in Polizeigewahrsam verbracht. Ihm wurde Landfriedensbruch und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Mann hatte eine Tatbeteiligung aber stets bestritten.

Gewisse Indizien

Nach Ansicht der Richterin gab es gewisse Indizien für eine Täterschaft. Für eine Verurteilung seien diese jedoch nicht ausreichend. "So leid mir das für die Polizisten tut", betonte Weißenfels. "Die Bilder von den Ausschreitungen waren entsetzlich."

Es war der zweite Prozess nach den Ausschreitungen nach dem Landespokalspiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den FC Erzgebirge Aue II am 10. Februar. Vor knapp zwei Wochen war ein 22-Jähriger als erster Beschuldigter zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Zudem muss er 2400 Euro an die Staatskasse zahlen. (mit dpa)