Der Tagesspiegel : LETZTER DDR-VERBOTSFILM

Hände hoch oder ich schieße

Kerstin DeckerD

Die führenden Spießbürger der DDR verboten 1965 fast eine ganze Defa-Jahresproduktion. Viele dieser Filme wurden gleich nach dem Ende der alten DDR aufgeführt. Mit „Hände hoch oder ich schieße“ kommt jetzt der letzte von ihnen ins Kino, die einzige Komödie. Vergleichsweise ein Leichtgewicht, urteilten Autor und Regisseur 1990 und entschieden sich gegen eine Rekonstruktion des Films. Die Defa-Stiftung entschied anders. Rolf Herricht spielt die Rolle eines leidenschaftlichen Kriminalisten, der nicht ganz zufällig Holms heißt. Aber was macht ein Kriminalist in der DDR, wo sogar die Verbrechen knapp werden? „Hände hoch ...“ wäre damals ein Erfolg geworden, schon weil er die beliebtesten Komiker und Komödianten der DDR vereinte. Und heute? Liebenswert ist Kasprziks Komödie schon. Und eine Zeitreise. Kerstin Decker

„Hände hoch oder ich schieße“, DDR 1965/66, 80 Min., R: Hans-Joachim Kasprzik, D: Rolf Herricht, Herbert Köfer

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