Libanon : Anschlag auf Eido weltweit verurteilt

Der jüngste Bombenanschlag auf den syrien-kritischen Politiker Walid Eido, bei dem gestern in Beirut insgesamt zehn Menschen getötet wurden, ist international scharf verurteilt worden. Der Weltsicherheitsrat sah in der Tat den Versuch, die Lage im Libanon weiter zu destabilisieren.

Libanon
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Beirut/New York/BerlinDer jüngste Bombenanschlag auf einen syrien-kritischen Politiker im Libanon, bei dem am Mittwoch in Beirut insgesamt zehn Menschen getötet wurden, ist international scharf verurteilt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die libanesischen Behörden auf, alles daran zu setzen, die Täter und Drahtzieher des Attentats zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Der Weltsicherheitsrat sah in der Tat den Versuch, die Lage im Libanon weiter zu destabilisieren. Die EU forderte alle Kräfte auf, der Gewalt entgegenzuwirken. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach dem libanesischen Premierminister Fuad Siniora in einem Telefonat ihr Beileid aus. Auch die USA verurteilten den Anschlag.

Bei dem Autobombenanschlag in der Nähe der Uferpromenade im Beiruter Stadtteil Manarah waren neben dem prominenten syrien- kritischen Abgeordneten Walid Eido (64) neun weitere Menschen ums Leben gekommen, darunter auch sein Sohn. Mindestens elf Menschen wurden verletzt. Eido war ein enger Vertrauter von Saad Hariri, dem Vorsitzenden der anti-syrischen Zukunftsbewegung im Parlament. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Siniora fordert Sondersitzung

Premierminister Siniora forderte nach dem Anschlag eine Sondersitzung der Arabischen Liga. Die Liga müsse ihre Verantwortung dem Libanon gegenüber wahrnehmen, sagte er. Das UN-Tribunal, das die Hintergründe des Attentats auf seinen Vorgänger Rafik Hariri im Jahre 2005 klären soll, sollte sich auch mit dem neuesten Attentat beschäftigen.

UN-Generalsekretär Ban appellierte an die libanesische Bevölkerung, sich durch solche "Einschüchterungsversuche" nicht weiter spalten zu lassen. Der Sicherheitsrat forderte die Nachbarstaaten des Libanons und die gesamte Staatengemeinschaft auf, im Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuarbeiten.

Die EU verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. "Das Attentat ist ein weiterer Versuch der gezielten Destabilisierung des Libanon. Dies ist inakzeptabel und wird nicht gelingen", hieß es in einer in Berlin herausgegebenen Erklärung der deutschen EU- Ratspräsidentschaft. "Die Hintergründe des Anschlags müssen aufgeklärt, die Schuldigen bestraft werden".

Die USA stellten sich hinter Ministerpräsident Siniora. "Dieser Terrorakt wird einzig dazu dienen, die Entschlossenheit jener zu stärken, die an der vordersten Front der libanesischen Demokratie stehen", sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington.

UN-Tribunal zu Hariri-Anschlag

Der Anschlag war das erste Attentat auf einen prominenten Politiker seit der Ermordung von Pierre Gemayel im vergangenen November. Im Februar 2005 hatte ein Anschlag auf den früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri eine Protestwelle im Libanon ausgelöst und zum Rückzug der Syrer aus dem Nachbarland geführt. Ein UN-Tribunal soll jetzt unter anderem klären, ob die syrische Führung in die Bluttat, der 22 weitere Menschen zum Opfer fielen, verstrickt war.

Am Abend versammelten sich Anhänger des getöteten Abgeordneten Eido vor dessen Haus im Westen Beiruts und skandierten anti-syrische Parolen. Der Drusenführer Walid Dschumblatt warf der syrischen Regierung in Damaskus vor, in den Anschlag verstrickt zu sein. (mit dpa)