Libanon : Frankreich lädt libanesische Kräfte zum Dialog

Der französische Außenminister Bernard Kouchner will politische und gesellschaftliche Kräfte des Libanons nach Paris einladen, um den innerlibanesischen Dialog in Gang zu bringen.

Bernard Koucher
Bernard Koucher setzt sich für den Dialog mit Libanon ein.Foto: ddp

Paris/Beirut Der französische Außenminister Bernard Kouchner will alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte des Libanons nach Paris einladen, um den innerlibanesischen Dialog wieder in Gang zu bringen.  Die Einladung gelte auch für die Schiitenbewegung Hisbollah, erklärte das Ministerium auf Anfrage in Paris. Als Zeitpunkt der informellen Zusammenkunft werde Ende Juni ins Auge gefasst, erklärte das Ministerium. Der Ort irgendwo in Frankreich solle geheim bleiben. Unterdessen gingen die Kämpfe im Flüchtlingslager Nahr al Bared im Norden des Libanons weiter.

Kouchner hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt in Beirut versucht, die Blockade der politischen Gespräche im Libanon aufzuheben. Eine Verständigung der in prosyrische und proamerikanische Kräfte gespaltenen libanesischen Gruppen scheitert bisher unter anderem am Streit um die Einsetzung eines internationalen Tribunals zur Aufklärung des Mordes am früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri. Hariris Anhänger vermuten Syrien hinter dem Mord. Der frühere französische Präsident Jacques Chirac hatte seine Libanonpolitik weitgehend auf Hariris Bewegung gestützt; Kouchner will das ändern.

Die Gefechte rund um das palästinensische Flüchtlingslager Nahr Al Bared dauern seit dem 20. Mai an. Am Freitag waren nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA vor allem Gebäude, in denen die Anführer der Milizionäre der Gruppe Fatah al Islam vermutet wurden, umkämpft. Die Gruppe hat sich in dem Lager verschanzt. Bei einer Explosion in einer Fabrik im Osten der Hauptstadt Beirut war am Donnerstagabend der Fabrikbesitzer ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen wurden bei dem Anschlag nach Polizeiangaben verletzt. (mit dpa)