Libanon : Granatsplitter töten Rot-Kreuz-Helfer

Zwei Rot-Kreuz-Helfer sind am Eingang zum palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared im Norden des Libanons von Granatensplittern getroffen und getötet worden.

147720_0_158a4495
Das Fahrzeug der getöteten Rot-Kreuz-Helfer.Foto: dpa

BeirutZwei Rot-Kreuz-Helfer sind am Eingang zum palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared im Norden des Libanons getötet worden. Die beiden Sanitäter wurden nach Angaben des Roten Kreuzes von Granatensplittern getroffen. Nach libanesischen Angaben wollten die Helfer Zivilisten in Sicherheit bringen, die in Gefechte zwischen libanesischen Soldaten und Kämpfern der Extremistengruppe Fatah al-Islam geraten waren. Sie starben in einer Station, die speziell zu Abtransport und zur Behandlung älterer oder verletzter palästinensischer Zivilisten aus dem Lager eingerichtet worden war. Ein palästinensischer Geistlicher, der mit einem Sprecher der Islamisten über ein Ende des Blutvergießens verhandelt hatte, geriet kurz nach seinen Vermittlungsbemühungen ebenfalls unter Beschuss und wurde verletzt. Über dem Camp stiegen dichte Rauchwolken auf.

Die libanesische Armee belagert Nahr al-Bared seit dem 20 Mai. In dem Palästinenserlager halten sich Kämpfer der Fatah al-Islam verschanzt. Bei den Gefechten sind bereits 53 Soldaten und rund 60 Milizionäre getötet worden. Zu den zivilen Opfern in dem Lager gibt es keine gesicherten Angaben. Noch rund 5000 Palästinenser sollen sich in der Flüchtlingssiedlung aufhalten. (mit dpa)