Libanon : Kouchner reist nach Beirut

Der Libanongipfel in Frankreich ist ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Frankreichs Außenminister Kouchner will nun nach Beirut reisen, um dort über mögliche Wege aus der Krise zu beraten.

Kouchner
Will in den Libanon reisen: Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner. -Foto: AFP

La Celle Saint-CloudIm Bemühen um eine Beendigung der innenpolitischen Dauerkrise im Libanon will Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner nach Beirut reisen. Er werde am 28. Juli für mindestens zwei Tage nach Beirut fahren, um den Dialog voranzubringen, sagte Kouchner auf Schloss La Celle Saint Cloud. In dem westlich von Paris gelegenen Komplex hatten Vertreter von 14 libanesischen Regierungs- und Oppositionsparteien hinter verschlossenen Türen über mögliche Wege aus der Krise beraten. Beobachter führchten, dass sich die Lage vor den im September geplanten Präsidentschaftswahlen weiter verschärfen könnte.

An dem Treffen bei Paris nahmen trotz scharfer Kritik aus Israel auch Mitglieder der syrienfreundlichen Hisbollah teil. Diese hätten ihm versichert, dass zwei im Juli vergangenen Jahres von der Hisbollah-Miliz entführte israelische Soldaten noch am Leben seien, sagte Kouchner. Ihm sei versichert worden, die Verhandlungen besonders mit der Uno befänden sich "auf dem richtigen Weg". Über weitere Resultate des Treffens machte der Minister keine Angaben.

Frankreich verschärft Sicherheitsvorkehrungen für Unifil-Mission

Im November waren die Vertreter der pro-syrischen Opposition aus der Regierung von Fuad Siniora ausgetreten. Seitdem ist das Land politisch gelähmt, es gibt immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Parteien. Frankreich verschärfte derweil die Sicherheitsvorkehrungen für seine im Rahmen der UN-Friedensmission (Unifil) im Libanon stationierten Soldaten.

Verteidigungsminister Hervé Morin begründete dies bei einem Truppenbesuch im Südlibanon mit der gewachsenen "terroristischen Bedrohung". Gleichzeitig räumte er ein, dass ein vollständiger Schutz vor Angriffen kaum möglich sei. Am 24. Juni waren drei spanische und drei kolumbianische Unifil-Soldaten bei einem Anschlag auf ihre Patrouille getötet worden. Frankreich ist mit rund 1600 Soldaten nach Italien der größte Truppensteller der Blauhelme im Libanon. (mit AFP)