Ligapokal : Bayern souverän im Finale

Der FC Bayern greift nach seinem sechsten Sieg im Ligapokal. Im Halbfinale besiegten die Münchner den VfB Stuttgart mit 2:0.

Ligapokal: VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen
Bastian Schweinsteiger setzt sich gegen Stuttgarts Fernando Meira und Silvio Meissner durch. -Foto: ddp

Der FC Bayern München hat auch den deutschen Meister VfB Stuttgart eindeutig beherrscht und greift nach seinem sechsten Sieg im Ligapokal. Gegen die ersatzgeschwächten Schwaben setzte sich der Fußball-Rekordchampion gestern Abend durch Tore des erneut überzeugenden Franck Ribéry (8. Minute) sowie Klose-Ersatz Sandro Wagner (66.) mit 2:0 (1:0) durch. Auch ohne einige Stammkräfte schafften die Münchner souverän den Einzug ins Finale am kommenden Samstag (18.00 Uhr/Premiere/Sat.1) in Leipzig. Dort können die Bayern gegen den FC Schalke 04 nach den Siegen gegen Bremen (4:1) und Stuttgart innerhalb einer Woche auch den dritten Club schlagen, der in der für sie enttäuschenden Vorsaison vor ihnen gelandet war.

"Es war Sommerfußball. Das große Tempo hat gefehlt. Es war klar, dass es ein harziges Spiel wird", zog Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld trotz des nie gefährdeten Sieges ein eher nüchternes Fazit. Zufriedener zeigte sich Ribéry. "Im Moment fühle ich mich sehr gut. Es läuft einfach sehr gut mit der ganzen Mannschaft. Aber ich hoffe, dass es noch besser wird", sagte der Franzose. VfB-Coach Trainer Armin Veh wollte die Niederlage nicht überbewerten: "Ich sehe das ziemlich locker. Wir sind mitten in der Vorbereitung, es haben viele Spieler gefehlt. Die Bayern waren klasse, aber wir sind auch ziemlich gut."

Stuttgart ohne Stammpersonal

Zweieinhalb Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt war der Südgipfel geprägt von zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen auf beiden Seiten. In der Stuttgarter Rumpf-Elf fehlte gleich mehr als ein halbes Dutzend Akteure aus der erwarteten Wunschformation, darunter Nationalstürmer Mario Gomez. Kurz vor dem Anpfiff musste bei den Bayern auch noch Miroslav Klose sein Mitwirken vor den 45.500 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion absagen. Eine Sommergrippe machte den Einsatz des Nationalstürmers unmöglich. Zuvor hatte bereits Oliver Kahn freiwillig auf einen Einsatz verzichtet und seinem designierten Nachfolger Michael Rensing den Platz im Tor überlassen. Der Kahn-Stellvertreter verlebte einen sehr ruhigen Abend.

Bei den Bayern musste Nachwuchsmann Wagner aus dem Regionalliga- Team angesichts des Verletzungspechs im Angriff als Alleinunterhalter ran und hatte schnell eine gelungene Szene. Per Hacke legte der 19- Jährige für Ribéry auf, der mit einem tückischen aber nicht unhaltbar wirkenden Distanzschuss VfB-Schlussmann Raphael Schäfer zu seinem dritten Ligapokaltor überwand. In der 19. Minute fand Wagner aus kurzer Distanz seinen Meister in Schäfer. Bei einem Distanzschuss von Hamit Altintop (25.) hatte der Torwart Glück, als der Ball durch seine Hände glitt und an den Pfosten sprang.

Der VfB war ohne sein Stammpersonal gerade in der ersten Halbzeit weit von der Meisterform entfernt und gewährte den Bayern leichtes Spiel. Die Münchner konnten ihre Ausfälle besser kompensieren und spulten ihr Pensum souverän herunter. Der Glanz vom Viertelfinalsieg gegen Bremen kam an einem lauen Sommerabend zwar nicht auf, dennoch demonstrierte der Ligapokalrekordsieger, dass er in der angelaufenen Saison bei jeder Titelvergabe erster Kandidat sein wird.

Kurz nach dem Seitenwechsel wurde Rensing bei einem Schuss von Cacau (50.) erstmals ernsthaft geprüft. Kurz darauf vergab Bastian Schweinsteiger (51.) aus kurzer Distanz die mögliche Vorentscheidung. Die besorgte dann Wagner, der nach einer schönen Kombination über Ribéry und Marcell Jansen aus wenigen Metern einschoss. Nun war der ohnehin geringe Stuttgarter Widerstand endgültig gebrochen. Wagner hätte in der 82. Minute fast noch auf 3:0 erhöht, doch sein Schuss prallte gegen die Querlatte. (mit dpa)