''Linksruck'' : Metzger droht Grünen mit Austritt

Oswald Metzger ist im Zwiespalt. Die Grünen entfernen sich in der Wirtschafts- und Sozialpolitik immer mehr von seinen Standpunkten. Aufgrund des "Linksrucks" seiner Partei droht der finanzpolitische Sprecher mit Austritt.

Oswald Metzger Foto: ddp
Fühlt sich bei den Grünen nicht mehr zu Hause: Oswald Metzger. -Foto: ddp

Grund ist ein Beschluss des Parteitages der Südwest-Grünen vom Wochenende, mit dem das Sozialsystem umgekrempelt werden soll. "Ewig werde ich den Zwiespalt zwischen zunehmend linker Programmatik in der Wirtschafts- und Sozialpolitik und meiner persönlicher Position nicht aushalten", sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. Er sehe diese Drohung als Warnsignal. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete war in der Vergangenheit wiederholt wegen seiner wirtschaftsliberalen Haltung parteiintern angeeckt.

Der Grünen-Politiker soll schon öfter Angebote von CDU und FDP zum Übertritt erhalten haben. Der CDU-Fraktion fehlt im Stuttgarter Landtag lediglich eine Stimme zur absoluten Mehrheit.

Der Beschluss für ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden sei fast katastrophal und finanzpolitisch ein Vorschlag aus dem Wolkenkuckucksheim, sagte Metzger der dpa. "Damit wandern die Grünen nach links." Er fügte hinzu: "Meine Distanz zur Programmatik meiner Partei nimmt gewaltig zu." Die Grünen entfernten sich damit von der Chance, "in der bürgerlichen Mitte eine Klammer zwischen Ökologie und Ökonomie zu sein". Vor allem der baden-württembergische Landesverband bekomme mit seiner gebildeten Wählerschicht ein "richtig fettes Problem". (mit dpa)