Literatur : Staatsbibliothek erwirbt Thomas-Mann-Sammlung

Die Berliner Staatsibliothek ist um einen großen Schatz reicher. Dank zahlreicher Spenden konnte eine umfangreiche Sammlung aus Briefen des Literatur-Nobelpreisträgers Thomas Mann erstanden werden. Die Briefe umfassen einen Zeitraum von 40 Jahren.

BerlinDie Staatsbibliothek hat eine umfangreiche Sammlung mit Briefen von und an den Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955) sowie zahlreichen, teils signierten Erstausgaben seiner Werke erworben. Das teilten die Bibliothek und der Verein der Freunde der Staatsbibliothek mit. 35 Privatpersonen und Stiftungen hätten den Kauf der Thomas-Mann-Sammlung, die eine Münchnerin über viele Jahre hinweg sorgsam aufgebaut hatte, mit Spenden unterstützt.

In der Sammlung befinden sich den Angaben zufolge 183 Briefe aus den Jahren 1912 bis 1955, von denen der Schriftsteller 110 verfasste. Mehrfach schrieb er an den Journalisten Wilhelm Kiefer, schildert im Oktober 1933 in einem Brief aus Zürich seine Situation nach dem Weggang der Familie aus Deutschland und geht im August 1934 auf den nationalsozialistischen Putschversuch in Österreich ein, wie es weiter hieß. Zahlreiche Briefe habe Mann in Pacific Palisades bei Los Angeles verfasst, wohin die Familie 1941 gezogen war.

Korrespondenz mit Familie und Literaten

In der Sammlung sind laut Bibliotheksangaben auch einige Briefe, die er an den lange in den USA lebenden, 1950 nach Europa zurückgekehrten und in den 70ern als P.E.N.-Präsident wirkenden Schriftsteller Hermann Kesten schrieb. Zwanzig in der Sammlung enthaltene Briefe stammen von Mitgliedern der Familie.

39 der Ausgaben seiner Werke signierte der Literatur-Nobelpreisträger. Weitere 106 Erst- und andere Ausgaben, wertvolle Drucke, Porträtfotos mit seiner Frau Katia und andere Familienfotos, sowie umfangreiches Material zu Thomas Manns Leben machen die Sammlung zu einem "neuen besonderen Schatz der Staatsbibliothek zu Berlin".

Die Thomas-Mann-Sammlung wird in den Bestand der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin aufgenommen und dort geschlossen aufgestellt. (mit ddp)