Literatur : "Tannöd"-Autorin weist Plagiatsvorwurf zurück

Ihr Roman "Tannöd" hält sich seit Monaten ganz oben in den deutschen Bestseller-Listen. Jetzt kommt auf die Krimi-Autorin Andrea Maria Schenkel eine Klage zu: Sie soll von einem Kollegen abgeschrieben haben.

Tannöd
"Tannöd"-Autorin Schenkel. -Foto: dpa

"Tannöd"-Autorin Andrea Maria Schenkel weist die gegen sie erhobenen Plagiatsvorwürfe zurück. "Da ist anscheinend jemand ziemlich sauer, weil sein Buch weniger Erfolg hatte", sagte sie. Der Autor Peter Leuschner beschuldigt die Schriftstellerin aus Nittendorf bei Regensburg, in ihrem Bestseller-Roman "Tannöd" aus seinem Buch abgeschrieben zu haben. Beide Werke basieren auf einem Mordfall, der sich 1922 in der oberbayerischen Einöde Hinterkaifeck ereignete.

Leuschners Anwalt bestätigte Medienberichte, dass die Klage gegen Schenkel am Freitag beim Landgericht München I eingereicht worden sei. Wegen Urheberrechtsverletzung fordert Leuschner Schadenersatz, einen Stopp der Verbreitung des Kriminalromans und die Vernichtung aller noch verfügbaren Exemplare des Buches. Der geschätzte Streitwert beträgt laut Klage 500.000 Euro. Das Gericht bestätigte den Eingang der Klage allerdings noch nicht.

"Super-PR für Leuschner"

Bereits im April hatte der Journalist Leuschner aus Hofstetten mit der Klage gedroht. Ein außergerichtlicher Vergleich zwischen den beiden Autoren kam nicht zu Stande. "Wir halten das weiterhin für einen Versuch, von uns Geld zu bekommen und eine Super-PR für Leuschner und seine Anwälte", sagte Verleger Lutz Schulenburg. Während Schenkels Text ein fiktionaler Roman sei, handele es sich bei Leuschners Buch um eine Dokumentensammlung mit gelegentlichen Vermutungen. "Ich sehe keine Urheberrechtsverletzung, an keiner Stelle", sagt der Anwalt des Verlags, Götz von Olenhusen.

Leuschners Anwälte geben sich dagegen siegessicher. "Die Klage ist genau geprüft", sagten sie am Montag. Viele Dinge, die Leuschner in seinem Buch "Der Mordfall Hinterkaifeck" außerhalb der historischen Fakten selbst hinzugefügt habe, fänden sich in Schenkels Roman "Tannöd" wieder.

"Tannöd" wurde nach Angaben des Verlages bislang 300 000 mal verkauft. Schenkels vergangene Woche erschienener zweite Roman "Kalteis" ging nach Verlagsangaben bereits mehr als 70 000 mal über den Ladentisch. Die Autorin vermutet, dass es nur aufgrund ihres Verkaufserfolges zu der Klage gekommen ist. Leuschner habe schon lange Zeit vorher von ihrem Buch gewusst. (mit dpa)