Lkw-Unfall : Tsvangirais Partei hält sich mit Beschuldigungen zurück

Simbabwes Ministerpräsident Tsvangirai liegt nach einem Autounfall verletzt im Krankenhaus. Der Lkw, mit dem Tsvangirais Wagen kollidierte, trug Abzeichen einer ausländischen Hilfsorganisation. Tsvangirais Partei MDC will aber niemanden vorschnell beschuldigen.

Tsvangirai
Morgan Tsvangirai -Foto: AFP

Harare/ WashingtonNach dem schweren Verkehrsunfall, bei dem der simbabwische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai verletzt wurde und seine Frau ums Leben kam, hat sich Tsvangirais Partei mit Schuld-Vorwürfen zurückgehalten. "Wir werden uns nicht an Spekulationen beteiligen, bevor eine Untersuchung vorgenommen wurde", sagte Eddie Cross, ein Abgeordneter der Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC), am Samstag in Harare.

Tsvangirai hatte sich monatelang einen Machtkampf mit Staatschef Robert Mugabe geliefert, bevor im Februar schließlich eine Einheitsregierung gebildet wurde. Der Unfall, bei dem Tsvangirais Frau Susan ums Leben kam, ereignete sich am Freitag; der Regierungschef wurde zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert.

Besuch von Mugabe im Krankenhaus

"Die Nation leidet", sagte MDC-Sprecher Nelson Chamisa. "Wir habe eine Mutter verloren", fügte er mit Blick auf den Tod Susan Tsvangirais hinzu. "Wir warten darauf, die eigentliche Ursache des Unfalls zu erfahren und stellen keine Spekulationen an." Nach den ersten Angaben der Polizei kollidierte ein Lastwagen mit dem Wagen Tsvangirais, als dieser von Harare in seinen Heimatort im Bezirk Buhera fuhr.

Der Geländewagen Tsvangirais überschlug sich mehrfach. Mugabe und seine Frau Grace besuchten Tsvangirai noch am Freitagabend im Krankenhaus. In der vergangenen Woche sagte Mugabe, die Einheitsregierung solle zwei Jahre im Amt bleiben, bevor es Neuwahlen geben werde.

Der Lkw, der den Wagen Tsvangirais rammte, trug Abzeichen der Hilfsorganisation USAID. Wie ABC News am Freitag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete, wurde der Lastwagen mit Mitteln der US-Regierung gekauft, der Fahrer wurde von einer britischen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit angestellt. Der Lkw sei von den simbabwischen Behörden beschlagnahmt, der Fahrer sei in Gewahrsam genommen worden, hieß es in dem Bericht weiter. (ut/AFP)