Der Tagesspiegel : Lockruf des Frühlings

Mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht die Ausflugslust ins Umland. Ein Ausblick auf die schönsten Tagesreisen

Claus-Dieter Steyer

Potsdam. Die Meteorologen versprechen für dieses Wochenende die ersten Frühlingsgefühle. Die sonnigen Streicheleinheiten locken die Berliner wieder zu den Ausflugszielen vor der Haustür. Höchste Zeit also für einen Blick ins Umland, zu jenen Orten, die ohne lange Anfahrt zu erreichen sind. Denn viele Berliner wollen sich derzeit sogar die früher übliche Hotel-Übernachtung sparen. Gefragt ist der schnelle Trip zur sportlichen Erholung im Grünen und zum Kulturgenuss. Wir haben einige Tipps für Tagesausflüge in alle Himmelsrichtungen zusammengestellt.

Norden: Die Erlebniscity Oranienburg trägt ihren Namen zu Recht. Denn das Angebot in der André-Pican-Straße unweit des S-Bahnhofes reicht vom Schwimmen, Planschen, Rutschen, Bowlen, Kegeln, Tennis, Schlittschuhlaufen, Beachvolleyball bis zur Kletterwand und einem großen Fitnessstudio. Jeden Dienstag wird ab 20 Uhr zum großen Banja-Abend in der Blockhaussauna eingeladen. Der Ausflug nach Oranienburg kann mit einem Abstecher ins neue Schlossmuseum verbunden werden. Informationen im Internet unter www.turm-or.de oder Telefon 03301/608 777.

Nordwesten: Auf dem Liepnitzsee schwimmen zwar noch Eisschollen, aber dafür hat der Ausflügler die schöne Natur in diesen Tagen fast für sich allein. Vom S-Bahnhof Bernau führt ein guter Radweg über 10 Kilometer direkt an den See. Auf dem Rückweg lohnt eine Rast im Restaurant Waldkater im Bernauer Ortsteil Waldfrieden oder ein Besuch im Bernauer Henkerhaus, wo in den Museumsräumen derzeit Zinnfiguren die Zeit vor 600 Jahren darstellen.

Osten: „Majestät, hier geht die Lunge auf Samt“, empfahl der Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. schon 1854. Daran hat sich in Buckow in der Märkischen Schweiz nicht viel geändert. Wer es ausprobieren will, begibt sich am Alten Warmbad (Fremdenverkehrsamt) auf den Wanderweg durch den Schlosspark zu den Höhen über der Stadt mit einer phantastischen Aussicht. Das Brecht-Weigel-Haus und ein Abstecher in dem für Fischgerichte bekannten Restaurant Stobbermühle runden den Ausflug ab.

Südosten: Auf der alten Eisenbahnstrecke zwischen Mittenwalde und Töpchin bei Königs Wusterhausen sind ab sofort wieder starke Frauen und Männer gefragt. Denn die Draisinenbahn hat ihre Saison eröffnet. 20 Fahrzeuge bieten jeweils Platz für 12 bis 14 Personen für eine Fahrt durch die märkische Heide. Am Bahnhof Töpchin wartet eine Stärkung im Restaurant. Wer sich fit fühlt, kann hier noch ein Fahrrad ausleihen. Internet-Adresse: www.draisinenbahn.de oder Telefon 03 37 69/204 08.

Süden: Die schnellsten Inline-Skater brauchen für den 100 Kilometer langen Rundkurs „Fläming-Skate“ knappe fünf Stunden. Doch für solche Raserei ist der Asphalt aus einer extra feinen Mischung viel zu schade. Sonst würden die idyllischen Flecken zwischen Luckenwalde und Jüterbog leicht übersehen. Am besten ist die Strecke in Kolzenburg an der B 101 zu erreichen. Hier bietet eine Gaststätte nicht nur Skates und Ausrüstung zur Ausleihe, sondern auch spezielle Skater-Menüs an. Bahnfahrer reisen bis Luckenwalde ( www.flaeming-skate.de oder Telefon 03371/6435 50).

Südwesten: Albert Einstein sprach von „seinem Paradies“. In Caputh fühlte er sich drei Jahre lang wohl und liebte das Segeln auf dem Schwielowsee. Heute hat der Ort, den ein zehn Kilometer langer Radweg mit dem Potsdamer S-Bahnhof verbindet, nichts von seinem Reiz eingebüßt. Hinter dem renovierten Schloss genießt der Spaziergänger eine der schönsten Sichtachsen nach Potsdam. Nur wenige Schritte sind es von hier zur Fähre nach Geltow und der Havelpromenade mit mehreren Gaststätten in der Nähe.

Westen: Seit Kaisers Zeiten wurde in der Döberitzer Heide an der heutigen Bundesstraße 5 für den Krieg geübt. Anfang der neunziger Jahre verließen die russischen Truppen das 4 500 Hektar große Areal westlich von Spandau. Ein 21 Kilometer langer Wanderweg, der an der Ostseite des „Havelparks“ beginnt, führt durch eine vielfältige Landschaft. Der Naturreichtum hat sich bis zum Tierfilmer Heinz Sielmann herumgesprochen, der das Areal für den Naturschutz kaufen will.

Nordwesten: „Wellness in Perfektion“ – diesen Ruf hat sich das Ringhotel Sommerfeld bei Kremmen bei Fachleuten und Besuchern gleichermaßen erworben. Denn das Angebot von Ayurveda bis Thalasso lässt kaum einen Wunsch offen. Dazu kommt die schöne Umgebung mit dem Beetzsee und dem nahen Rhinluch. Hier sind schon viele Zugvögel zu beobachten, die sich auf den feuchten Wiesen mit den ersten grünen Grasspitzen Kraftreserven für den Weiterflug nach Skandinavien und Nordwestrussland anfressen. Informationen unter www.hotel-sommerfeld.de oder Telefon 033055/970.

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