London : Riss in der Tate Modern

In dem Museum Tate Modern in London klafft ein 167 Meter langer Riss: Mit der Installation "Shibboleth" will die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo in der Turbinenhalle auf die Kluft zwischen weißen Europäern und dem Rest der Menschheit hinweisen.

Tate Modern
Doris Salcedo will nicht sagen, wie sie den Riss in den Boden bekam. -Foto: AFP

LondonDer haarfeine Riss wird auf 167 Metern immer breiter und tiefer und schlängelt sich durch den Raum. Salcedo entwarf das Werk im Rahmen der Unilever Series, für die jedes Jahr ein Künstler für die Eingangshalle eine Skulptur kreiert. Im letzten Jahr hatte der Deutsche Carsten Höller eine Riesenrutsche in der Halle installiert.

Der Kurator Achim Borchardt-Hume sagte, Salcedos Werk solle ein interaktives Erlebnis sein. Museumspersonal werde die Besucher allerdings vor der Absturzgefahr warnen. Die Künstlerin erklärte nicht, wie es ihr gelang, scheinbar den Betonboden aufzuspalten. Es sei keine optische Täuschung, betonte der Leiter des Museums, Nicholas Serota. Er räumte jedoch ein, dass eventuell eine kleine "Narbe" von der Installation zurückbleiben werde. Das Werk ist wie für die Unilever Series üblich sechs Monate zu sehen und wird am 6. April entfernt. (mit dpa)