Der Tagesspiegel : Luft für den Obelisken

Das Schinkel-Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht von Dennewitz wurde restauriert

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Niedergörsdorf. Die Nachbarn sind es schon gewohnt – auf dem Bohnsdorfer Grundstück von Georg Ignaszewski gibt es immer etwas Besonderes zu sehen. Dort standen schon die Karyatiden der Potsdamer Villa Fischbach, das berühmte Luisendenkmal aus Gransee und seit einigen Monaten ragte ein Obelisk in die Höhe, der an die Schlacht von Dennewitz anno 1813 erinnert. Zum heutigen „Tag des offenen Denkmals“ soll der Obelisk wieder in Niedergörsdorf (Teltow-Fläming) stehen.

Das ist bereits das zweite Schinkel-Denkmal, das Ignaszewski restauriert, und das macht den 58-jährigen Metallrestaurator stolz. Das gusseiserne Denkmal in seinem Garten erinnert an den Befreiungskrieg von vor 185 Jahren. Damals wurde es in Niedergörsdorf aufgestellt, wo preußische Soldaten und russische Verbündete napoleonische Truppen besiegten. Karl Friedrich Schinkel hatte den Obelisken entworfen, der von der Königlichen Eisengießerei zu Berlin gegossen wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte verursachten jedoch Witterungseinflüsse beträchtliche Schäden. Deshalb wurde das verrostete Kunstwerk 1979 schon einmal restauriert. Aber die damals gegen Verwittern aufgetragene Epoxidharzschicht bewirkte genau das Gegenteil. Es bildeten sich Risse an den Turmplatten, den Ecksäulen und am Rahmen. Eindringende Nässe führte zu Korrosionsschäden. Der Bohnsdorfer muss nun die falsche Materialwahl von einst beheben. Er brachte im Innern des Denkmals ein Gestell an, damit der 3,4 Tonnen schwere Koloss etwa einen Zentimeter angehoben wird. Eindringendes Wasser kann nun ungehindert abfließen und gleichzeitig wird der Obelisk belüftet. Ignaszewski konnte nach vielen Gesprächen die Denkmalschützer davon überzeugen, dass dieser Obelisk, der zuletzt schwarz aussah, ursprünglich grün war. „Typisch Schinkelgrün“, sagt der Fachmann, der das bei seinen Recherchen herausfand. Ihn fasziniert die Gusstechnik, mit der vor fast 200 Jahren gearbeitet wurde: „Schaut man genau hin, lässt sich teilweise noch auf dem Metall die Maserung der hölzernen Gussmodelle erkennen.“ Steffi Bey

Das gesamte Programm zum Tag des offenen Denkmals unter http://toffd.denkmalschutz.de . In Berlin gibt es Infos vom Ansageband unter 030/90 273 693/-695.

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