Luft- und Raumfahrt : Merkel: Keine direkte Staatsbeteiligung an EADS

Die Strukturen des Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sollen effizienter werden. Die Abschaffung der deutsch-französischen Doppelspitze schloss Merkel aber aus. Auch einen direkten Einstieg des deutschen Staates lehnte sie ab.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einem Einstieg des deutschen Staates beim Europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS eine klare Absage erteilt. Der deutsche Staat beabsichtige keine direkte Beteiligung an EADS, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem neuen französischen Regierungschef François Fillon in Berlin. Entsprechende Forderungen des französischen Senats wies sie damit eindeutig zurück. Sie höre lieber auf Stimmen aus dem Unternehmen, als auf Forderungen von politischen Kammern, sagte Merkel.

Fillon und Merkel bekräftigten, dass EADS effiziente Strukturen benötige. Der Konzern müsse Strukturen haben wie ein normales Industrieunternehmen und von den besten Managern geleitet werden, sagte Fillon. Es gehe darum, im Wettbewerb mit dem US-Konzern Boeing zu bestehen. "Daran arbeiten wir", sagte der neue französische Ministerpräsident. Details nannte er wie Merkel nicht. Die Kanzlerin betonte, EADS und die Tochtergesellschaft Airbus könnten nur bei effizienten und wettbewerbsfähigen Strukturen bestehen.

Frankreich hatte zuletzt die umstrittene Doppelspitze bei EADS in Frage gestellt. Das französisch-deutsch dominierte Unternehmen sollte nur noch einen Vorstands- und einen Aufsichtsratschef haben. Derzeit werden diese Posten jeweils von einem deutschen und einem französischen Manager besetzt. Die deutsch-französische Balance habe sich bewährt, sagte Merkel, ohne auf die Doppelspitze näher einzugehen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Merkel wollen das Thema am 16. Juli bei einem Treffen in Toulouse erörtern. (mit dpa)