Luftfahrt : Doch kein Komplettverkauf der deutschen Airbus-Werke?

Der Airbus-Konzern will seine in Deutschland zum Verkauf stehenden Werke möglicherweise nicht komplett veräußern. Statt von Verkauf spricht der Konzern nun von "Partner-Auswahl".

Varel/HamburgIm Vordergrund stehe derzeit die Suche nach einem finanzstarken Investor für ein langfristiges Engagement an den niedersächsischen Standorten Varel und Nordenham und unter Umständen für das Werk im bayerischen Augsburg, wie ein Konzernsprecher mitteilte. Alles Weitere müsse im Detail ausgehandelt werden. Nach unbestätigten Informationen will Airbus 20 Prozent des Werkes in Varel behalten; für Nordenham hatte der Konzern von Anfang an lediglich eine Beteiligung angeboten.

Nachdem Airbus im Zusammenhang mit seinem Werk in Varel bislang immer nur von einem Verkauf gesprochen hatte, ist inzwischen in Verlautbarungen des Konzerns von einer "Partner-Auswahl" die Rede. Im Zusammenhang mit dem Werk in Laupheim (Baden-Württemberg) spricht das Flugzeugbau- Unternehmen dagegen von einem "Verkaufsprozess".

Airbus sucht Partner, der "Standorte weiter entwickelt"

Unabhängig von der Frage nach einem Verkauf oder einer Beteiligung sucht Airbus nach Angaben des Sprechers der Hamburger Deutschland-Zentrale einen Partner, "der die Standorte weiter entwickelt". In Deutschland gebe es zudem derzeit "keine großen Zulieferer, die uns unterstützen können, große Bauteile zu erstellen".

Teil des "internationalen Prozesses der Partner-Auswahl" ist nach den Angaben des Sprechers auch die künftige Beteiligung der Werke Varel und Nordenham an dem neuen Airbus-Modell A350. Die Zuteilung von großen und langfristig abgesicherten sogenannten Arbeitspaketen für Varel und Nordenham gehört zu den zentralen Forderungen der Arbeitnehmervertreter in der Diskussion um das Airbus-Sanierungsprogramm. (mit dpa)