Luftfahrtschau : Airbus auf Aufholjagd

Mit einer wahren Flut an Aufträgen versucht Airbus bei der Luftfahrtschau in LeBourget die Lücke zum Rivalen Boeing zu schließen. In Paris konnte der europäische Flugzeughersteller 405 feste Aufträge einholen.

Airbus Paris
Airbus konnte die Lücke zum Konkurrenten Boeing auf der Pariser Luftfahrtmesse zumindest teilweise schließen. -Foto: AFP

ParisNach der Auftragsflut auf der Pariser Luftfahrtschau strebt Airbus der Marke von 900 festen Bestellungen im laufenden Jahr entgegen. Damit wäre der Auftragseingang doppelt so hoch wie die schon am Limit laufende Flugzeugproduktion. Beim Hoffnungsträger A350 nähert sich Airbus mit insgesamt 186 Festaufträgen dabei bereits heute seinem Ziel von 200 Aufträgen bis zum Jahresende. "Das ist die bisher beste Messe für Airbus überhaupt", sagte Verkaufschef John Leahy am Donnerstag in Paris Le Bourget.

Seit Messebeginn verbuchte Airbus 405 feste Aufträge und 283 Kaufverpflichtungen. Er rechne bis Ende Dezember mit einer Umwandlung der Kaufverpflichtungen in Festaufträge, sagte Leahy. Selbst wenn weitere Kunden ausblieben, käme Airbus dann für das Gesamtjahr auf rund 890 Bestellungen. Bisher hatte Airbus ein Jahresziel von 600 Aufträgen ausgegeben.

Airbus A350 XWB gefragt

Angesichts der bisher 186 Festaufträge für die A350 XWB dringt Airbus auf die Aufstellung der Auslieferungspläne. Alle Kunden, die das Vorgängerkonzept A350 bestellt hätten, sollten sich entscheiden, ob sie ihre Aufträge auf die XWB-Version übertragen, sagte Leahy. Das betrifft mit 16 Maschinen zum Beispiel den US-Flugzeugvermieter ILFC, der gerade 50 Exemplare von Boeings A350-Konkurrenten 787 gekauft hat.

Die kolumbianische Avianca bestellte unter anderem 19 und die indonesische Mandala Airlines 25 Maschinen bei Airbus. Der türkische Frachtflieger MNG Airlines kaufte zwei Transportmaschinen A330-200F. Außerdem unterzeichneten mehrere Kunden Kaufabsichtserklärungen, darunter alleine Hong Kong Airlines für 51 Flugzeuge im Buchwert von 5,5 Milliarden Dollar und Singapurs Tiger Airways für 30 Airbusse.

Boeing mit großem Vorsprung

Boeing hatte an den ersten Messetagen Aufträge für 125 Maschinen hereingeholt. Allerdings hatte der US-Konzern zuvor seit Jahresbeginn bereits 429 Flugzeuge verkauft, mehr als doppelt so viel wie Airbus.

Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines sammelte auf der Luftfahrtmesse Aufträge im Wert von 400 Millionen Euro. Davon entfallen alleine 270 Millionen Euro auf V2500-Triebwerke, die in der Airbus A320 eingesetzt werden. Dazu kamen Aufträge von Emirates und Air France für A380-Triebwerke GP7000, die 90 Millionen Euro Umsatz bringen sollen. MTU rechnet angesichts des Booms der Luftfahrtbranche auch in den kommenden Jahren mit Zuwächsen um je acht Prozent. Im laufenden Umsatz erwartet MTU 2,6 Milliarden Euro Umsatz und einen bereinigten Überschuss bei 140 Millionen Euro.