Luftfahrtschau : Messe Berlin wird sich für Ila engagieren

Mit einem gemeinsamen Konzept wollen Brandenburg und Berlin die Luftfahrtschau retten. Die Linke lehnt aber Fördergeld für den militärischen Teil ab.

T. Metzner/P. Tiede/S. Jacobs

Berlin/Potsdam - Die Länder Brandenburg und Berlin haben sich nach Informationen dieser Zeitung auf ein Paket zur langfristigen Finanzierung und Standortsicherung für die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Schönefeld geeinigt. Demnach wird sich vor allem die landeseigene Messe Berlin GmbH gemeinsam mit einem privaten Partner am Standort am Rande des künftigen Großflughafens BBI engagieren und den Standort entwickeln. Zwar gebe es noch „eine kleine Finanzierungslücke“, doch sollte außer der ILA am Standort noch eine weitere Messeveranstaltung jährlich stattfinden, sei das „Konzept schon ausfinanziert“, hieß es aus Regierungskreisen in Potsdam. Der Messe Berlin passe ein zusätzlicher Messestandort direkt am Flughafen gut ins Konzept.

Die ILA-Lösung soll am morgigen Donnerstag von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) besiegelt werden. Ausgehandelt wurde die Lösung von den Wirtschaftsressortchefs der Länder, Harald Wolf und Ralf Christoffers (beide Linke). Ausgeräumt seien auch die offenen Fragen zu der ins Auge gefassten Immobilie bei Selchow und zu erheblichen Investitionen, wie Wowereit in Berlin sagte.

Im Wesentlichen soll sich nun die Messe Berlin engagieren und sich auch um die Entwicklung der Fläche kümmern, die zum Teil auf Flughafengelände, auf Grundstücken der Berliner Stadtgüter und denen privater Berliner Immobilienfirmen liegt. Brandenburg hatte besonders wegen der Bewertung und Art der Einbindung der Privat-Flächen Bedenken. „Man hatte Angst, den Berliner Immobilien-Filz ins Boot zu holen“, hieß es in Potsdam.

Wie berichtet, findet die ILA in diesem Jahr zum letzten Mal am bisherigen Standort in Schönefeld statt, da sie danach den Bauarbeiten für den BBI weichen muss. Der Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Veranstalter droht angesichts der Standortunsicherheit mit einer Abwanderung nach Frankfurt/Main, Köln oder Leipzig.

Mitten in die Diskussion um die Zukunft der Luftfahrtschau platzte die Potsdamer Linke-Landtagsfraktion am Dienstag mit der Forderung, öffentliche Gelder für die ILA ausschließlich für den zivilen Teil zu bewilligen und den militärischen Anteil – er liegt bei etwa 50 Prozent – zu verkleinern. „Es geht um eine wirtschaftlich tragfähige Lösung. Da gehört ein militärischer Teil dazu. Aber dorthin dürfen keine Steuergelder fließen“, erklärte Vize-Fraktionschef Stefan Ludwig. Wirtschaftsminister Christoffers äußerte sich zurückhaltend: Die öffentliche Hand fördere Flächen oder Hallen, sagte er, eine Aufteilung der Förderung in militärische und nicht militärische Teile sei nicht möglich. T. Metzner/P. Tiede/S. Jacobs

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