Machtaufteilung : Versöhnlichere Töne in Simbabwe

In Simbabwe sind die Verhandlungen über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit fortgesetzt worden. Es gibt eine grundsätzliche Verständigung darauf, dass Mugabe Präsident bleibt und Tsvangirai Regierungschef wird.

Mugaba und Tsvangirai
Auf gute Zusammenarbeit: Robert Mugabe und Morgan Tsvangirai wollen eine Koalitionsregierung bilden. -Foto: dpa

HarareIn Simbabwe sind am Montag die zuvor unterbrochenen Verhandlungen über die Machtaufteilung wieder aufgenommen worden. Die Konfliktparteien kamen am Abend erneut in der Hauptstadt Harare zu Gesprächen zusammen. Zuvor hatte Präsident Robert Mugabe bei einer Kundgebung zum nationalen Heldentag zur Einheit des Landes aufgerufen. "Nach einem Streit setzt sich die Familie zusammen - an dem Punkt sind wir jetzt", sagte Mugabe, der anders als bei früheren Gelegenheiten harsche Attacken auf die Opposition vermied. Der Leiter der oppositionellen MDC-Splitterpartei, Arthur Mutambara, nahm an der Veranstaltung teil, Oppositionschef Morgan Tsvangirai dagegen blieb ihr fern.

Die Gespräche über die Bildung einer Koalitionsregierung waren am frühen Montagmorgen nach 14-stündigem Verhandlungsmarathon in Harare unterbrochen worden. Der 84-jährige Mugabe hatte beim Verlassen des Hotels von einigen wenigen Hürden gesprochen, die bei der Fortsetzung der Gespräche überwunden werden könnten. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Vermittlung geleitet hatte, nahm am Abend an der erneuten Gesprächsrunde teil.

Bildung einer Koalitionsregierung

Ziel der Verhandlungen zwischen Mugabes ZANU(PF)-Partei und der Oppositionspartei MDC von Tsvangirai ist die Bildung einer Koalitionsregierung in dem afrikanischen Krisenstaat. Nach bisherigen Informationen soll Mugabe Präsident bleiben und Tsvangirai Ministerpräsident werden. Bei der Präsidentenwahl am 29. März hatte Tsvangirai die meisten Stimmen gewonnen, nach offiziellen Angaben aber die nötige absolute Mehrheit verfehlt.

Unbeeindruckt von weltweiter Kritik und internationalen Appellen hatte sich Mugabe dann als alleiniger Kandidat bei einer "Stichwahl" am 27. Juni bestätigen und zwei Tage später für fünf weitere Jahre als Staatspräsident vereidigen lassen. Tsvangirai war wegen gewaltsamer Übergriffe auf seine Anhänger nicht zur Stichwahl angetreten. Die Opposition erkennt Mugabes Sieg nicht an. Die Gespräche, die einen Ausweg aus der politischen Krise weisen sollen, drohen von einer Hungersnot in dem von Hyperinflation und Massenarmut geprägten Staat überschattet zu werden. (sgo/dpa)