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Märkisch-Oderland : Erneut totes Baby in Brandenburg gefunden

In der Brandenburger Gemeinde Golzow hat die Polizei ein totes Baby gefunden. Erst am Dienstag war im Landkreis Potsdam-Mittelmark ein getöteter Säugling entdeckt worden.

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Binnen weniger Tage hat die Polizei in Brandenburg erneut ein totes Baby gefunden. Es wurde kurz nach der Geburt erstochen. Eine 21-Jährige Mutter aus Golzow (Märkisch-Oderland) hat gestanden, den Jungen getötet zu haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Donnerstag.

Bereits am Mittwoch hatte die Polizei aus dem Umfeld der Frau einen Hinweis auf das Neugeborene erhalten, laut Staatsanwaltschaft von „einer Person mit unmittelbarem Kontakt“. Schließlich durchsuchten Polizeibeamte am Mittwochvormittag das Mietshaus in Golzow, in dem die Frau wohnt. Im Keller fanden die Polizisten schließlich die Leiche des neugeborenen Jungen. Er war in Decken und Tücher eingewickelt und lag in einem Plastikbeutel. Nähere Angaben zum Fundort wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht machen.

Die Frau ist nach dem Fund der Leiche vorläufig festgenommen worden. Bei der Obduktion des Leichnams stellten die Rechtsmediziner fest, dass das Kind eines unnatürlichen Todes gestorben war. Der Junge habe Stichverletzungen in der Brust und im Herz gehabt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das Kind sei wohl nach ersten Erkenntnissen verblutet.

Bei der Vernehmung hat die 21-Jährige gegenüber den Ermittler die Tötung des Kindes gestanden. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln jetzt wegen des Verdachts auf Totschlag. Das zuständige Amtsgericht in Frankfurt (Oder) erließ am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl.

Die Frau befindet sich derzeit wegen der Folgen der Geburt in ärztlicher Behandlung. Ob die Frau ihr Kind allein zur Welt gebracht hat, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Die Frau war Single und lebte allein in dem Haus. „Sie gibt an, mit der Situation überfordert gewesen zu sein“, sagte ein Behördensprecher. Ihr psychischer Zustand ist Gegenstand der weiteren Verfahrens. „Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen.“

Erst einen Tag zuvor war ein toter Junge in Glindow (Potsdam-Mittelmark) in einem Schnellkompostierer gefunden worden. Nach unbestätigten Angaben aus Ermittlerkreisen sollen Rettungssanitäter im Rachen des Babys ein Tuch gefunden haben, an dem es vermutlich erstickt ist. Die 34-jährige Mutter hat die Tat gestanden. Laut Staatsanwaltschaft war der Junge bei seinem Tod erst wenige Tage alt war. Gegen die Frau erging Haftbefehl. Das Motiv ist in diesem Fall noch völlig unklar. Darauf konzentrieren sich jetzt die Ermittlungen, ebenso auf die familiäre Situation. Die Frau gilt als psychisch labil, bei ihrer Festnahme soll sie verstört gewesen sein und psychologische Betreuung erhalten haben.

Aus Bayern und Niedersachsen gibt es ähnlich schockierende Nachrichten. In einem Garten im oberfränkischen Bad Alexandersbad wurden am Mittwoch zwei vergrabene Säuglinge gefunden, teilte die Staatsanwaltschaft Hof mit. Bei den beiden toten Babys handle es sich allem Anschein nach um Neugeborene. Die Leichen werden obduziert. Details, etwa ob die beiden Zwillinge seien, wollte die Staatsanwaltschaft Hof nicht nennen. Unklar blieb auch, ob es ein Zufallsfund war oder ob die Polizei die vergrabenen Leichen gezielt gesucht hat.

In Niedersachsen wurde eine 32-Jährige festgenommen, die vor zwei Wochen ihr heimlich zur Welt gebrachtes Baby am Straßenrand verscharrt hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Totschlag vor. Die 32-Jährige soll den kleinen Jungen zu Hause auf der Toilette zur Welt gebracht haben. Laut Obduktionsbericht war er lebensfähig. Die Rechtsmediziner können aber nicht ausgeschließen, dass er während der Geburt etwa an Sauerstoffmangel starb.

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