[Kommentare: 4]

Hi Freaks

Das Leben da draußen ist spannend und manchmal echt verrückt: Ein Lexikon über Furries, Emos und andere schräge Typen
Anzeige
Bild vergrößern
Mein Nachbar, der Panda-Fetischist. Schön, wenn jeder so seine tollen Hobbys hat. Foto: Mauritius
DIE PELZIGEN

So sehen sie aus. Wahrscheinlich völlig normal – unter ihren Ganzkörperkostümen! Die gibt es in den Motiven Bär, Hase, Tiger, Wolf. Und der Kopf ist abnehmbar.

Das steckt dahinter
. Furries verbindet nur eins: die Liebe zu pelzigen Verkleidungen. Die tragen sie am liebsten in der Gruppe, ganz ohne Hintergedanken. Weltweit gibt es angeblich schon 1,8 Millionen Furries.

Dagegen rebellieren sie. Das ungeschriebene Gesetz, nicht in albernen Bärenkostümen auf die Straße zu gehen. Und gegen Glatzen, Rasierer, Enthaarungscremes.

Da trifft man sie. Bei Stammtischen und Turnhallen-Conventions. Sie verabreden sich auf www.furbase.de, um dann gemeinsam durch die Stadt zu streunen.

So kommt man ins Gespräch
. „Darf ich mal streicheln?“



DIE ENTSAGER

So sehen sie aus. Auf einer Hand haben sie ein großes, schwarzes X. Poser malen es mit Edding auf, die Harten tätowieren.

Das steckt dahinter.
„Straight Edge“ sein heißt: Nicht rauchen, nicht trinken, keine sonstigen Drogen nehmen. Manche haben auch keinen Sex. Angeblich.

Dagegen rebellieren sie. Straight Edge wurde von Punks erfunden, die genervt waren, weil alle anderen Punks um sie herum ständig zugedröhnt waren. Das oberste Gesetz lautet daher: Was die Sinne benebelt, ist schlecht.

Da trifft man sie. Auf Hardcorekonzerten, in Saftbars.

So kommt man ins Gespräch
. „Haste mal keine Kippe?“



DIE PERSILGEGNER

So sehen sie aus. Typ gepflegter Rocker. Blaue Jeanshose und Jeansjacke. Hinten drauf steht nur ein Wort: „Turbojugend“.

Das steckt dahinter. Wer zur Turbojugend gehören will, muss erst beweisen, dass er großer Fan der norwegischen Deathpunkband Turbonegro ist. Und dann einen offiziellen Aufnahmeantrag stellen. Bela B. hat es geschafft, der Sänger von HIM auch. Der wichtigste Ehrenkodex lautet: Nie die Jeansjacke waschen.

Dagegen rebellieren sie. Seichte Popmusik. Stoffkleidung. Persil.

Da trifft man sie. Auf Turbonegro-Konzerten. Und einmal im Jahr bei den Welt-Turbojugend-Treffen in Hamburg- St. Pauli oder am 10. November bei der Party der Turbojugend Potsdam.

So kommt man ins Gespräch
. „Don’t say motherfucker, motherfucker“.



DIE FALLOBST-ESSER

So sehen sie aus. Meistens ziemlich dünn, aber immer glatte Haut.

Das steckt dahinter.
Frutarier essen nur, was die Natur von sich aus hergibt, ohne dass dafür eine Pflanze sterben muss, also Nüsse, Samen, Fallobst. Vorteil: Die Idee klingt ganz witzig. Nachteil: Gesund ist das nicht.

Dagegen rebellieren sie.
Fleischfresser. Pflanzenmörder. Inkonsequente Veganer.

Da trifft man sie. Unter Bäumen, in der Nussabteilung des Biomarktes in der Danziger.

So kommt man ins Gespräch. Zitiere Homer Simpson: „Ich bin Veganer der fünften Stufe. Ich esse nichts, was einen Schatten wirft.“



DIE MANGA-MENSCHEN

So sehen sie aus. Mädchen kombinieren Grufti-Look mit Schuluniform, Jungs sehen aus wie Bill von Tokio Hotel, nur mit mehr Schminke und längeren, noch grelleren Strähnen im Haar.

Das steckt dahinter. Die Subkultur kommt aus Japan und heißt „Visual Kei“, das spricht man „Wischel Käi“ aus. Gehört offiziell zur Gothic-Szene, hat aber nichts mit Satanismus zu tun. Es gibt 45 Unterarten, je nach Aussehen und Musikgeschmack.

Dagegen rebellieren sie. Disney-Filme. Turnschuhe. Bill von Tokio Hotel – der tut nur so.

Da trifft man sie. Im Comicladen „Grober Unfug“ in der Weinmeisterstraße, in der Kosmetik-Ecke bei Rossmann, auf J-Rock-Konzerten (Rock aus Japan)

So kommt man ins Gespräch
. „Wenn ich jetzt grünen Lippenstift zu blauen Strähnen trage, bin ich dann Debiru Kei, Eroguro Kei oder Elegant Gothic Lolita?“



DIE INTERNET-PIRATEN

So sehen sie aus: Unauffällig. Manchmal mit Pinguin auf dem Shirt.

Das steckt dahinter: Die Warez-Szene (sprich: „Wärs-Szene“) liebt Daten, solange sie illegal sind. Alles, was heruntergeladen werden kann, wird heruntergeladen. Und zwar aus Überzeugung.

Dagegen rebellieren sie: die Plattenindustrie, die Filmindustrie, Microsoft. Das ganze verdammte System.

Da trifft man sie: In Online-Tauschbörsen, im Internet-Café, im Linux-Laden in der Tucholskystraße in Mitte.

So kommt man ins Gespräch: „Die bei der GEZ sind alles Nazis, oder?“



DIE GEFÜHLSBETONTEN

So sehen sie aus. Die Haare müssen schwarz sein, am besten pechschwarz. Mädchen tragen Pony, Jungs schrägen Seitenscheitel mitten ins Gesicht rein. Ganz wichtig: trauriger Hundeblick.

Das steckt dahinter. Sie nennen sich „Emo“. Das steht für „Emotional Hardcore“ und bedeutet: Wir sind nur glücklich, wenn wir todtraurig sind. Deswegen mögen sie Regen, Depressionen, Schmerz und Musik von Embrace.

Dagegen rebellieren sie.
Emos rebellieren nicht, sie verzweifeln: an einer zerbrochenen Liebe, am Leben, an der Vergänglichkeit und manchmal auch an sich selbst.

Da trifft man sie. Im Magnet Club in der Greifswalder Straße, auf Myspace.

So kommt man ins Gespräch. „Hast Du schon mal daran gedacht, das wir morgen bereits alle tot sein könnten?“



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.10.2007)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Bundesregierung:

Bafögsätze sollen steigen
Die Bundesregierung will zum 1. Oktober 2010 das BAföG erhöhen. Gleichzeitig soll ein nationales Stipendiensystem für besonders leistungsstarke Studenten eingeführt werden.

Umweltschutz:

Entsorgungsfragen

Untersuchungsausschuss:

Spreedreieck-Affäre: Strieder rechnet mit Nachfolgern ab
Ex-Bausenator Strieder will beim Spreedreieck frühzeitig gewarnt haben. Nachbarn des Areals klagen erneut.

Kommentare [ 4 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von wobble wobble ist gerade offline | 6.10.2007 13:02 Uhr
Eine Unverschämtheit
Es mag ja witzig gemeint sein, es ist dennoch total daneben! Es ist eigentlich so schlecht, dass es gar nicht eines Kommentares würdig ist!
Vor allem der Teil über die Internet-Piraten, das ist reine Verleumdung und Bezeichnung ganzer Bevölkerungsschichten als Kriminelle!
Linux ist nicht gleich Warez, sonder was ganz anderes! Wer Linux benutzt braucht gar kein Warez, da fast alle Software für Linux frei ist und deswegen NICHT illegal gedownloaded werden.
Außerdem wird damit die Piratenpartei aufs stärkste diskreditiert und unglaubwürdig gemacht. Diese setzen sich für legale Varianten der freien Musik-Verbreitung ein, ohne das die Künstler damit geschädigt werden. Außerdem kämpfen sie für unsere Privatsphäre und gegen den Überwachungsstaat. Darüber macht man sich nicht lustig!
Comment
von heintz heintz ist gerade offline | 6.10.2007 16:40 Uhr
Irgendwer
sagte mal: Am spießigsten sind die, die sich am lautesten über "die ganzen Spießer" aufregen. Hier ist es im Grunde genauso. Lieber Sebastian Leber, das Aufkochen und Verquirlen von Klischees ist nur dann lustig, wenn man Ahnung hat und etwas Esprit hineinbringt. Dieser Artikel ist jedoch einfach unlustig und dämlich, in seiner Art zu stigmatisieren sogar beleidigend. Aus jeder Zeile sprüht die Ignoranz des Autors, sich auch nur ein winziges bisschen mit der beschriebenen Subkultur auseinanderzusetzen. Da werden Emos und Indies verwechselt, Linux-User mit Filesharern und überhaupt alles mit jedem. Satire geht besser.
Comment
von samkre samkre ist gerade offline | 8.10.2007 22:07 Uhr

Also ich habe mich köstlich amüsiert! Die Typen sind alle gut getroffen, vor allem die Emos und die Straights. Daß hier einige Warezler beleidigt rumplärren, zeigt nur daß Computer-Nerds keinen Spaß verstehen. Immer schön locker bleiben Jungs!
Comment
von unbekannt | 10.6.2009 21:37 Uhr
hahahah
[b][/b]ey wer das auch geschrieben hatt des ist voll cool endlich sagt einer mal seien meinung über anderweitige menschen mit anderem still
aber es ist auch voll lustig cool :D

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 10 : 2 = 


Anzeige
Weitere Themen

Prüfung ohne Blackout Lesezeichen hinzufügen

Vivien Leue (dpa)
mehr...

Besser nicht verzweifeln Lesezeichen hinzufügen

Vivien Leue (dpa)
Was gegen Zukunftsangst hilft mehr...

Richtiges Netzwerken im Internet Lesezeichen hinzufügen

Andreas Heimann (dpa)
mehr...

Keine Bange vor der Lücke Lesezeichen hinzufügen

Ein Lebenslauf muss nicht geradlinig sein mehr...
Fotostrecken

Im Osten geht die Sonne auf ... (16 Bilder)

Erzählwettbewerb - Das Finale (18 Bilder)

Phoenix (8 Bilder)

Independent Games (14 Bilder)

Weihnachtskalender (24 Bilder)

Die Codes der Straße (10 Bilder)