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Warum schnurren Katzen?

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Katzen haben sieben Leben. „Sie können einen Sturz aus dem zwanzigsten Stock überstehen“, sagt Leo Brunnberg, Direktor der Poliklinik für Kleine Haustiere der Freien Universität Berlin. Ihr flexibles Skelett federt einen Gutteil der Energie des Aufpralls ab. Allerdings nur, wenn die Katze auf den Pfoten landet. „Ein Sturz aus dem dritten Stock ist für sie viel gefährlicher als beispielsweise einer aus dem siebten.“ Fällt sie aus niedriger Höhe, bleibt ihr unter Umständen nicht genügend Zeit, sich in der Luft zu drehen und die optimale Flug- und Landehaltung einzunehmen.

Katzen sind nicht nur für ihre Zähigkeit bekannt, sondern auch für ihre Müdigkeit. Pro Tag schlummert ein Stubentiger oft sechzehn, siebzehn Stunden. Währenddessen gibt er einen sanften, traulichen Brummton von sich, der gelegentlich auch uns schläfrig macht.

Das Schnurren sei meist Ausdruck des Wohlbehagens der Katze, sagt Brunnberg. „Sie schnurrt, wenn sie neben uns liegt oder mit hoch aufgestelltem Schwanz unsere Beine umschleicht.“ Hin und wieder aber auch in belastenden Momenten, etwa während der Wehen. Womöglich schnurrt sie dann zur eigenen Beruhigung und Entspannung.

Das behagliche Schnurren ist sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen zu vernehmen. Es verkürzt die Atemphasen und erhöht die Atemfrequenz. Schiere Energieverschwendung?

Neueren Studien zufolge verbessern Schallfrequenzen in dem entsprechenden Bereich von rund 25 Hertz das Knochenwachstum. Die Vibrationen erhöhten die Knochendichte, sagt Brunnberg. Das Schnurren wäre demzufolge eine Möglichkeit für Hauskatzen, aber auch für Pumas oder Geparden, ihre Muskeln und Knochen mit sparsamen Mitteln zu stimulieren.

In anderen Fällen haben Forscher ein bisschen nachgeholfen. Zum Beispiel bei Schafen: Wissenschaftler haben die Tiere einer regelmäßigen Schüttelkur unterzogen und beobachtet, dass sich ihr Skelett dadurch langfristig signifikant festigt. Auch bei Tests für die bemannte Raumfahrt hat man durch den Einsatz von Vibrationsgeräten den durch mangelnde Bewegung bedingten Knochenabbau vermindern können. Vielleicht verdankt die Katze ihre sieben Leben einem ähnlichen, schnurrend ablaufenden Fitnessprogramm. Good vibrations.


(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.02.2009)
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Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »

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von rollvieh rollvieh ist gerade offline | 10.2.2009 21:13 Uhr
Schallzahnbürste
Hmmm... könnte da vielleicht die Verwendung einer Schallzahnbürste hilfreich gegen Zahnverlust durch Parodontose sein, indem die Vibrationen der Rückbildung der Kieferknochen entgegenwirken?
Mir fiel jedenfalls auf, dass in den ersten Tagen, in denen ich ein solches Gerät benutzte, die Zähne auf die gleiche Art druckempfindlich waren wie früher, wenn beim Kieferorthopäden die Zahnspange wieder "strammgezurrt" wurde - die zwei Tage, an denen Leberwurstbrot ohne Rinde zur Lieblingsspeise mutiert. Irgendwas tat sich also anscheinend im Kiefer.
Versuchen kann man es ja mal - sorgfältige Zahnhygiene schadet jedenfalls bestimmt nicht.

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