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Waldorfschulen wehren sich gegen Kritik

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Die deutschen Waldorfschulen wehren sich gegen den Vorwurf, unter ihren Schülern herrsche eine hohe Gewaltbereitschaft. Die Kritik sei Teil einer „systematischen Kampagne“ gegen die freien Schulen, sagte Hartwig Schiller, Vorstandsmitglied im Bund der Freien Waldorfschulen, gestern in Berlin. Einer Studie zufolge, die in der vergangenen Woche bekannt wurde, kommen einige Gewaltdelikte sowie die Beschädigung von Privateigentum an Waldorfschulen häufiger vor als an staatlichen Einrichtungen. Schiller verwies anlässlich der Veröffentlichung der Jahresbilanz des Bundes auf die steigende Zahl von Anmeldungen. Sie beweise, dass solche Vorwürfe „an den Waldorfschulen spurlos vorüber“ gingen.

Derzeit prüft zudem das Bundesfamilienministerium, ob zwei Schriften des Waldorf-Gründers Rudolf Steiner rassendiskriminierende Inhalte verbreiten und auf den Index der jugendgefährdenden Schriften gesetzt werden müssen. Auch dahinter vermutet der Bund der Waldorfschulen einen „fanatischen Kreuzzug“ einiger „organisierter Gruppen“. Die Bilanzen der letzten Jahre zeigten, dass die Waldorfschulen in der Ausbildung „überdurchschnittlich erfolgreich“ seien, sagte Bernd Ruf vom Bundesvorstand. Die Schulen in freier Trägerschaft würden erheblich zur Entlastung der öffentlichen Haushalte beitragen. Im Jahr 2005 hätten die Waldorfschulen zwar 62 Prozent ihrer Ausgaben durch staatliche Gelder gedeckt. Durchschnittlich gebe der Staat aber nur 3800 Euro jährlich für einen Waldorfschüler aus, während sich die Ausgaben an den öffentlichen Schulen auf 4900 Euro pro Jahr beliefen. Rund 1,2 Milliarden Euro würde der Staat dank der Elternbeiträge und der niedrigeren Gehälter für Lehrer an Privatschulen jährlich sparen.

Allerdings habe sich die finanzielle Beteiligung der Eltern in den letzten Jahren so stark erhöht, dass die Kosten viele Familien abschreckten, sagte Ruf. Im Durchschnitt müssten Eltern derzeit einen Beitrag von 1700 Euro jährlich pro Kind zahlen – eine Steigerung von 12 Prozent seit dem Jahr 2000. Waldorfschulen liefen Gefahr, ihren Anspruch – die Einbindung aller sozialen Schichten – zu verfehlen. „Gerade Kinder aus den unteren Segmenten“ hätten es „am nötigsten, eine Waldorfschule zu besuchen“. Tina Rohowski
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