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Wahrnehmung

Die Farbe der Träume

Bunt oder grau? Fernsehen verändert Bilder im Kopf
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Träumen sie in Schwarz-Weiß oder in Farbe? Die meisten Menschen geraten bei dieser Frage ins Grübeln. Viele wissen es einfach nicht.

Ganz ähnlich ist es lange auch der Wissenschaft ergangen. Doch jetzt ist man der Lösung des Rätsels ein Stück näher gekommen. Nach Erkenntnissen einer britischen Psychologin hängt die Farbwahrnehmung im Traum davon ab, ob man mit dem Schwarz-Weiß-Fernseher oder mit dem Farbfernseher aufgewachsen ist. Eva Murzyn von der Universität Dundee hatte 60 Versuchspersonen – die eine Hälfte unter 25 Jahre, die andere über 55 Jahre alt – nach ihren Träumen und nach dem Typ des Fernsehapparates befragt, der während ihrer Kindheit zu ihrem Alltag gehörte. Das Ergebnis wurde im Fachjournal „Consciousness and Cognition“ veröffentlicht: Die jugendlichen Probanden erklärten, dass bloß ein winziger Bruchteil ihrer Träume – nämlich 4,4 Prozent – schwarz-weiß ausfällt. Bei den über 55-Jährigen hingegen zeigte sich ein auffälliger Unterschied: Die Träume derjenigen, die noch im Grundschulalter Farbfernsehen hatten, waren zu fast 93 Prozent bunt. Von denjenigen hingegen, die in der Ära des Schwarz-Weiß-Fernsehens groß geworden waren, erklärte jeder Vierte, nach wie vor nur in Schwarz-Weiß zu träumen. „Es könnte also eine kritische Periode in der Kindheit geben, in der Filme eine wichtige Rolle dabei spielen, wie unsere Träume aussehen“, sagt die Psychologin. Noch interessanter ist jedoch, dass es Hinweise darauf gab, dass vor Einführung des Fernsehens alle Menschen in Farbe geträumt hatten.“ Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts – nach der Erfindung von Fotografie und Film – kamen Psychologen auf die Idee, Leute danach zu fragen, ob es in ihren Träumen eher grell-bunt oder schwarz-weiß zugeht. Damals lautete die Antwort in den allermeisten Fällen „schwarz-weiß“.

Wenn Eva Murzyns Theorie stimmt, ist das leicht zu erklären: Je mehr die Menschen damals in Zeitschriften und Zeitungen, im Kino und im Fernsehen mit Schwarz-Weiß-Bildern konfrontiert wurden, desto stärker verblassten die im Traum wahrgenommenen Farben. Doch diese Farben kehrten zurück, als überall mehr und mehr bunte Bilder auftauchten. fuf

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.10.2008)
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Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von hillie-billy hillie-billy ist gerade offline | 30.10.2008 16:04 Uhr
Quatsch!
Was ist das denn für ein Unsinn?
Die Welt ist bunt.Unser Auge und
unser Hirn nimmt sie farbig wahr.

Warum sollte man dann grau in grau
träumen. Und seit wann bestimmen Fotos
oder Fernsehen unsere Träume?
Persönliche Erlebnisse, die in unseren
Träumen verarbeitet werden, sind doch
nicht schwarz-weiß.
Ich jedenfalls habe schon geträumt, bevor
auch die Pressefotos und das Fernsehen
farbig wurde. Meine Träume waren immer
bunt - niemals schwarz-weiß.

Das Ganze liest sich wie eine
verspätete Sommerlochgeschichte.

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