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Interview

"Die Kirche hat Darwin nie akzeptiert"

Der Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon bestreitet, dass Naturwissenschaft und Glauben vereinbar sind – und fordert einen Feiertag für die Evolution.
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Die Journalistin Ariane Sherine rief die britische Buskampagne der Ungläubigen Anfang 2009 ins Leben. - Foto: AFP
Herr Schmidt-Salomon, Sie sind Vorstandssprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung. Sie fordern, den Feiertag Christi Himmelfahrt umzubenennen in „Evolutionstag“. Was soll das bringen? Ist das maximale Provokation?

Im Grunde ist unsere Forderung doch etwas völlig Normales! Wir leben in einem Staat, in dem mindestens ein Drittel der Bevölkerung keine religiösen Werte vertritt. Die Feiertage sind aber noch immer durch religiöse Riten dominiert. Das muss verändert werden. Schließlich gibt es eine kulturelle Evolution – auch im Feiertagskalender. Viele Feiertage aus der Vergangenheit feiern wir aus guten Gründen nicht mehr. Und so sollte auch berücksichtigt werden, dass ein Drittel der Bevölkerung mittlerweile konfessionsfrei ist und in der Feiertagsgesetzgebung berücksichtigt werden sollte. Im Darwinjahr hat es sich angeboten, den Evolutionstag zu fordern – auch deshalb, weil wir meinen, dass die weltanschaulichen Konsequenzen der Evolutionstheorie nicht hinreichend beachtet werden.

Und die wären?


Die Evolutionstheorie erklärt die Entstehung von sinnvollen Mustern, ohne dass dahinter sinnvolle Planung steht. Früher konnten Theologen sagen: „Schaut euch die Natur an, dahinter muss doch ein Plan stehen, denn auf natürlichem Wege kann so etwas nicht entstehen.“ Die Evolutionstheorie zeigt aber auf, dass für die Entstehung von Ordnung das blinde Walten von Zufall und Notwendigkeit völlig ausreicht.

Darwin verstehen heißt verstehen, dass es keinen Gott gibt?

Zumindest ein bewusst vorgehender Schöpfergott steht im Widerspruch zur Evolutionstheorie, denn Evolution ist kein zielgerichteter Prozess. Die traditionellen Religionen kommen ohne einen planvoll vorgehenden Schöpfer aber nicht aus. Ein Christ, der seine Religion noch halbwegs ernst nimmt, muss notgedrungen ein Schöpfungsgläubiger sein! Das heißt nicht, dass er dem wortgetreuen Modell der amerikanischen Kreationisten folgen muss. Ein Christ kann durchaus sagen: „Es gibt eine Evolution und das Universum ist 13,7 Milliarden Jahre alt.“ Aber ein Christ kann nicht darauf verzichten, dass Gott uns gewollt hat, dass er mit seiner Schöpfung einen Plan verfolgt. Wenn ich auf die Idee der Schöpfung verzichte, dann muss ich im Grunde auch alles andere fallen lassen, was den christlichen Glauben ausmacht.

Viele Naturwissenschaftler halten Darwin und Religion für vereinbar. Der Philosoph Jürgen Mittelstraß sagt, Darwin und die Kirche hätten sich nie im Kriegszustand befunden: „Aufgabe der Wissenschaft ist es, die Welt zu erklären – Aufgabe des Glaubens, das menschliche Leben zu stabilisieren und zu orientieren.“ Das klingt doch nach einer sinnvollen Teilung.

Ja, das klingt sehr nett, weil wir alle keine Konflikte haben wollen. Doch der Nichtangriffspakt zwischen Religion und Wissenschaft ist nicht haltbar. Denn die Erklärungsmodelle der Naturwissenschaft stehen im Widerspruch zu den Orientierungsmodellen der Religion. Manche versuchen das einfach zu ignorieren. Aber wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass die Kirche Darwin nie akzeptiert hat. Sie hat akzeptiert, dass der Körper des Menschen aus der Evolution stammt, dass der Mensch einen Vorfahren hat, den wir mit dem Schimpansen teilen. Aber sie akzeptiert nicht, dass die höheren geistigen Funktionen, das, was die Kirche Seele nennt, eben auch evolutionär entstanden ist. Die Kirche verlangt von dem Gläubigen einen Dualismus zwischen Körper und Geist. Der widerspricht allem, was wir aus der Hirnforschung wissen.

Vielen Menschen ist die Religion wichtig, weil sie Spielregeln schafft, Werte vertritt. Die Religion gilt als Rückgrat der Moral.


Dieses Argument hört man oft, es ist aber empirisch falsch. Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Demokratie, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das waren keine religiösen Werte, sondern Werte, die gegen die Religion erkämpft werden mussten. Und so landeten fast alle Vordenker der Demokratie und der Menschenrechte auf dem römischen Index der verbotenen Schriften. Wenn Sie sich die Enzykliken, Hirtenbriefe, Rundschreiben der Päpste angucken, so waren diese bis ins 20. Jahrhundert hinein gegen solche Werte gerichtet. Und sexuelle Selbstbestimmung beispielsweise ist für den Vatikan bis heute noch ein Fremdwort.

Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Menschen, die gläubig sind, mildtätiger sind, sozial engagierter als Menschen, die nicht an Gott glauben.

Das stimmt, Religion hat eine Wirkung auf Menschen und führt tatsächlich dazu, dass die Kooperation innerhalb der Gruppe erhöht wird. Nur hat die Sache eine Kehrseite. Denn diese Kooperation innerhalb der eigenen Gruppe führt zu einer deutlichen Abgrenzung gegenüber den Menschen außerhalb der Gruppe. Und je kooperativer Gesellschaften sind, desto militanter sind die Konflikte, die durch sie geführt werden. Man kann sich dies etwa am islamischen Fundamentalismus veranschaulichen. Nehmen wir Osama bin Laden: Innerhalb seines Systems ist er ein Wohltäter. Man könnte fast Tränen der Rührung vergießen, wenn man liest, was er geschrieben hat. Er erscheint als großer Altruist. Als einer, der für Witwen und Waisen Millionen spendete, der ein Leben im Luxus für seine Gemeinschaft aufgeopfert hat. Selbstverständlich nehmen wir Westler ihn nicht als Wohltäter wahr, sondern als gefährlichen Terroristen, der er für uns ja auch ist, da wir seiner „in-group“ nicht angehören. Osama bin Laden ist insofern ein Musterbeispiel für Doppelmoral, die da lautet: Wir sind die Guten, ihr seid die Bösen, und wir werden mit Gottes Hilfe über euch triumphieren! Dieses religiöse Konzept hat in der Geschichte große Katastrophen heraufbeschworen, und das bis zum heutigen Tag.

Sie sagen, Toleranz sei wichtig. Was ist dann falsch am Anliegen der „Pro-Reli“-Befürworter, den Ethikunterricht durch ein Wahlpflichtfach „Ethik/Religion“ zu ersetzen und der Wahlfreiheit mehr Raum zu geben?

Von mehr Wahlfreiheit kann man hier kaum sprechen! Denn die Kinder, die in den Religionsunterricht gehen, hätten ja nicht mehr die Freiheit, gleichzeitig auch den Ethikunterricht zu besuchen. Das grundsätzliche Problem aber ist, dass der „Pro-Reli“-Vorschlag die religiös-weltanschauliche Gettoisierung unserer Gesellschaft verstärkt, statt sie abzubauen. Wir brauchen dringend ein Fach, in dem Jugendliche und Kinder gemeinsam über gute Formen des Zusammenlebens diskutieren, in dem vorurteilsfrei jegliche Weltanschauung und Religion hinterfragt werden kann. Die Regelung, die hier in Berlin gefunden wurde, ist insofern ein großer Fortschritt. „ProReli“ will das Rad der Geschichte zurückdrehen.

Ihre Stiftung unterstützte das Vorhaben, in Berlin, Köln und München Busse mit dem Spruch „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ beschriften zu lassen. Die Verkehrsbetriebe lehnten das aber ab. In Amerika, Spanien, England oder Italien ist die Aktion gelaufen. Was ist bei uns anders?

Dass die Verkehrsbetriebe sich hier anders verhalten, hängt stark damit zusammen, dass die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland nicht wirklich funktioniert. Der Staat spielt sich häufig als Verteidiger des Glaubens auf, während die Nichtgläubigen sowohl politisch als auch medial übergangen werden. Eben deshalb brauchen wir eine säkulare Buskampagne in Deutschland, denn obwohl es mehr konfessionsfreie Menschen in Deutschland gibt als Katholiken oder Protestanten, glaubt jeder von diesen 25 Millionen Menschen, er sei allein.

Wie wollen sie denn diese 25 Millionen Konfessionsfreien erreichen? Das ist doch ein sehr buntes Gemisch.

Wir haben eine Forschungsgruppe „Weltanschauung in Deutschland“ gegründet, um herauszufinden, was das für Menschen sind. Das Ergebnis war, dass die konfessionsfreien Menschen eine homogenere weltanschauliche und politische Gruppe sind als die evangelischen oder die katholischen Kirchenmitglieder. In den meisten sozialen, ethischen und weltanschaulichen Fragen finden Sie bei Konfessionsfreien hohe Zustimmungsquoten, während bei den Kirchenmitgliedern die Meinungen sehr auseinandergehen. Das kann man zum Beispiel bei Sterbehilfe oder der Akzeptanz der Evolutionstheorie sehen. Man kann also relativ gut herausfinden, was die Mehrheit der Konfessionsfreien wünscht. Das ist keine schlechtere Basis als die der Kirchen. Die verweisen zwar auf ihre Mitgliederzahlen, unterschlagen aber, dass 99 Prozent der Menschen zu einem Zeitpunkt Kirchenmitglied werden, an dem sie noch nicht im Entferntesten für Argumente zugänglich sind – nämlich bei der Taufe.

Das Gespräch führten Kai Kupferschmidt und Hartmut Wewetzer.

MICHAEL SCHMIDT-SALOMON, 41, leitet die Giordano-Bruno-Stiftung und gehört zu den deutschen Wortführern der atheistisch gesonnenen „Brights“-Bewegung.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 03.04.2009)
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Comment
von henriette63 henriette63 ist gerade offline | 2.4.2009 23:41 Uhr
schon mal anfangen mit den Feiertagen
jetzt kommt ja dann Karfreitag und Ostermontag - wieso sind die eigentlich frei? Okay, das kann man noch als langes Frühlingsfestwochenende durchgehen lassen. Aber warum die Sieben - Tage - Woche, ond den (zumindest noch rudimentär) geschützen Sonntag? Okay, Gewohnheit. Aber den Pfingstmontag als Feiertag sollte man wirklich knicken. Weiß doch sowieso keiner, weas der bedeutet.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 3.4.2009 9:00 Uhr
das Gegenteil ist der Fall
Warum steht dieser Artikel, in welchem der Interviewte darlegt, was er glaubt in der Rubrik „Wissen“? Weil er Wissenschaftler ist? Stehen dann in Zukunft die Äußerungen meines Elektroinstallateurs über Gott und die Welt unter „Neues aus der Elektrotechnik“? Ist Schmidt-Salomon der gleiche Mann, dessen religionskritisches Kinderbuch vom Bundesfamilienministerium auf die Liste der jugendgefährdenden Bücher gesetzt wurde? Begründung: der jüdische Glaube würde darin verächtlich gemacht. Gut, der Antrag wurde durch die Bundesprüfstelle abgelehnt. Der fahle Geschmack bleibt.

Salomon weiß nichts von Studien, die genau das Gegenteil von dem belegen, was er behauptet. Er spricht von Ghettoisierung in unserer Gesellschaft (durch den Vorschlag von pro Reli). Die Studie belegt, dass:
"Schülerinnen und Schüler, die kontinuierlich von der Grundstufe bis zur Sekundarstufe I den evangelischen Religionsunterricht besucht haben, weisen deutlich höhere interreligiöse Kenntnisse und Kompetenzen auf als Schülerinnen und Schüler, die daran nur sporadisch oder überhaupt nicht teilnahmen."

Daraus ergibt sich folgende bildungspolitische Empfehlung:

1. Die Forschergruppe empfiehlt, dem konfessionellen Religionsunterricht nicht mehr zu unterstellen, er sei ein Integrationshindernis an der öffentlichen Schule. Diese Vermutung kann durch die KERK-Studie als empirisch widerlegt gelten.

Bedenklich finde ich, die Aussage, „dass die Konfessionslosen homogener als die Christen seien…. “ und wofür soll das ein Beweis sein? Wir brauchen die Fähigkeit zur Vielfalt mehr als die Fähigkeit von Homogenität zu träumen!

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von modeski modeski ist gerade offline | 3.4.2009 19:03 Uhr
Statistik
Das dürfte daran liegen, dass arabische und türkische Schüler eher selten den evangelischen Religionsunterricht besuchen. Und deutsche Prollkinder neigen zum schwänzen, während Bildungsbürgerkinder brav alles mitmachen.

Wenn man die gleichen Kinder statt in den evangelischen Religionsunterricht in die Thoraschule schicken würden, wären sie genauso schlau.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 4.4.2009 0:31 Uhr
Deutung
Modeski
Ich freue mich, dass Sie zu diesem Schluss kommen. Ich bin davon ebenso überzeugt wie Sie, dass der Besuch der Thoraschule auch schlau macht. Es gibt dazu allerdings keine Statistik. Aber es gibt die Bertelsmannstudie, die belegt, dass die 90% religiösen Muslime in Deutschland ein hohes Maß an religiöser Toleranz aufweisen.
Aber wenn ich Sie richtig verstehe, wollen Sie etwas ganz anderes sagen, bitte korrigieren Sie mich, falls ich mich irre: die delinquenten arabischen und türkischen, sowie Prollkinder gehen erst gar nicht in den RU. In diesen gehen nur die hin, die ohnehin „gut“ sind. Deswegen fällt auch die Studie so positiv aus.
Darin steckt ein wenig der Wunsch drin, dass RU „gut“ machen könnte. So wie es auch vom Ethikunterricht erwartet wird. Ich denke dieser Wunsch ist an beide Fächer eine Überforderung. Aber: türkische und arabische Schüler werden nicht durch ihren islamischen Religionsunterricht „gut“ oder besser. Sie fühlen sich aber ernst genommen und in ihrem S o s e i n wertgeschätzt. Das wäre ein ausgesprochen wertvoller Beitrag zur Integration.

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von modeski modeski ist gerade offline | 4.4.2009 18:39 Uhr
Religion
"Ich freue mich, dass Sie zu diesem Schluss kommen. Ich bin davon ebenso überzeugt wie Sie, dass der Besuch der Thoraschule auch schlau macht. Es gibt dazu allerdings keine Statistik."

Nciht der Besuch der Thoraschule an sich macht schlau, sondern solche Schulen werden von Kindern besucht, die überdurchschnittlich motiviert und an Bildung interessiert sind, genauso wie Kinder die, womöglich noch freiwillig, in den Religionsunterricht gehen. Sie verwechseln hier Wirkung und Ursache.

Wenn die gleichen Kinder statt Religionsunterricht Mathe für Fortgeschrittene nehmen würden, wären sie in der Schule immer noch erfolgreicher als anatolische Bildungsverweigerer. Das hat mit Religon nichts zu tun.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 4.4.2009 22:35 Uhr
Verwechslungen
Modeski
Ich bin ganz Ihrer Meinung und habe dies auch in meinem Kommentar mit den Worten- ich zitiere mich-
“ die delinquenten arabischen und türkischen, sowie Prollkinder gehen erst gar nicht in den RU. In diesen gehen nur die hin, die ohnehin „gut“ sind. Deswegen fällt auch die Studie so positiv aus.“

Insofern kann von Verwechslung nicht die Rede sein, es sei denn, Sie verwechseln sich selbst.

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von lukas lukas ist gerade offline | 4.4.2009 18:50 Uhr
@l.demir
Es ist ein Unverschämtheit von Ihnen, davon zu sprechen "der fahle Geschmack bleibe" in Bezug auf die nicht erfolgte Indizierung des Buches von Herrn Salomon. Stellen Sie sich vor, jemand bezichtigte Sie des Diebstahles und ihre Unschuld stellte sich heraus. Ich schriebe später: Frau oder Herr l.demir könne kein Diebstahl nachgewiesen werden, aber "der fahle Geschmack bleibe".

Ich kenne das beanstandete Buch und ich finde es nicht besonders gelungen, aber es ist ganz sicher nicht antisemitisch. Es war ganz offensichtlich, daß der religiösen Familienministerin das Buch ein Dorn im Auge war und sie nur einen Vorwand suchte, es zu indizieren. Es ist ein bekanntes Merkmal abrahamitischer Religionen auf jede Kritik bissig zu reagieren.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 4.4.2009 22:46 Uhr
Im Zweifel für den Angeklagten
Lukas
Wozu denn diese Aufregung? Unter meinem Kommentar „Deutungshoheit“ habe ich meine etwas nachlässige Formulierung nachgebessert. Ich korrigiere mich: meine Empfindung ist „der fahle Geschmack“.
Nun können Sie mir diese meine Empfindung ebenso wenig vorwerfen, wie meine Empfindung traurig oder glücklich über etwas zu sein.

Um zu Ihrem Beispiel zurückzukommen. Ob eine Unschuld vorliegt ist nicht erwiesen. Ich kenne die Beurteilungskriterien der Bundesprüfstelle nicht. Ämter sind nicht genetisch vor Irrtümern gefeit. Ich traue mir eine eigene Urteilsfähigkeit zu. Dass Sie Ihrerseits das Buch lediglich „nicht besonders gelungen“ finden, ist für mich nicht aussagekräftig. Jedenfalls finde ich eine Bemerkung wie Ihre letzte, was denn so abrahamitisches Merkmal ist merkwürdig. Klingt mir zu viel nach Schublade. Gefällt mir nicht.

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von ebsw ebsw ist gerade offline | 5.4.2009 15:57 Uhr
falsches Rechtssystem
I.demir, Sie kommen aus einem mit Deutschland inkompatiblen Rechtssystem. Indem Sie schreiben, die Unschuld sei nicht erwiesen, gehen Sie davon aus, dass vor Gericht die Unschuld des Angeklagten grundsätzlich zu beweisen wäre. Das mögen in USA die Leute mit sich machen lassen. In Deutschland gilt die Unschuldsvermutung. Jeder ist von Geburt an unschuldig. Das ist Jedermanns Naturzustand. Somit hat der Kläger die Schuld zu beweisen und nicht der Angeklagte seine Unschuld. Folglich ist das Familienministerium gescheitert, eine Schuld nachzuweisen. Der Beklagte ist nicht aus Mangel an Beweisen, sondern unverändert unschuldig. Der fahle Geschmack bei Ihnen kommt offenbar aus dieser Wissenslücke in Sachen humanistischer Rechtspflege.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 10.4.2009 9:55 Uhr
kompatibel
Ebsw
Verehrter ebsw, ich habe zwar schon oft davon gehört, dass der Berliner an sich sehr an seiner Stadt hängt, aber sollten Sie das Rheinland schon als ein Land mit „Deutschland inkompatiblen Rechtssystem bezeichnen? Das gibt mir doch zu denken!
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von ameland ameland ist gerade offline | 3.4.2009 10:24 Uhr
In Abständen klingeln immer mal Leute an meiner Wohnungstür,
um mir Verirrtet den Weg zurück zum Christenheil zu zeigen. Das ist schon ein starkes Stück und vermutlich noch nicht einmal verboten - im Gegensatz zur Telefonwerbung ohne Einwilligung. Das wäre vielleicht mal eine Überlegung wert.
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 3.4.2009 12:57 Uhr
Ich werde die
dasnächste mal beschwatzen Atheist zu werden und ein paar Bücher von Dawkins, Hitchens und Carl Sagan verkaufen. Damit die Abergläubigen mal was sinnvolles lesen können. ;)
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von modeski modeski ist gerade offline | 3.4.2009 19:10 Uhr
dianetics
Drücken Sie denen einfach ein Flugblatt von Scientologie in die Hand und halten einen Vortrag über Operierende Thetanen, dann geben die Fersengeld. Es gibt nichts, was religiös Bekloppte so sehr fürchten wie andere religiös Bekloppte, denn sie wollen ja Normale missionieren, nicht noch mehr Bekloppte reinholen.
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von capajork capajork ist gerade offline | 3.4.2009 10:53 Uhr
Das Gegenteil ist richtig !
Das Buch "Wo bitte geht's zu Gott" von Schmidt-Salomon wurde der Bundesprüfstelle gegrüft und darauf hin eben NICHT auf Liste der jugendgefährdenden Bücher gesetzt.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 3.4.2009 15:17 Uhr
Lesekompetenz
capajork
auch Lesen ist eine Kompetenz. Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist das Gegenteil richtig. Das Gegenteil von: es wurde NICHT auf die Liste gesetzt ist dann -es wurde auf die Liste gesetzt.
Lieber capajork ich haben nicht behauptet, dass es auf die Liste gesetzt wurde.
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von krieger krieger ist gerade offline | 3.4.2009 20:33 Uhr
@L.demir
Sie haben behauptet, dass das Bundesfamilienministerium das Kinderbuch auf die Liste der jugendgefährdenden Bücher gesetzt hat.
Lesen sie ihren Unsinn einfach nochmals durch!
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 4.4.2009 0:43 Uhr
Lesekompetenz die zweite
Krieger
Ich weiß, ist alles nicht so einfach…

Ich schrieb: Ist Schmidt-Salomon der gleiche Mann, dessen religionskritisches Kinderbuch vom Bundesfamilienministerium auf die Liste der jugendgefährdenden Bücher gesetzt wurde? Begründung: der jüdische Glaube würde darin verächtlich gemacht.
So und jetzt kommt es: bitte gaaaaanz langsam lesen:

"G u t, d e r A n t r a g w u r d e d u r c h d i e B u n d e s p r ü f s t e l l e a b g e l e h n t. Der fahle Geschmack bleibt."

Jetzt verstanden?
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von ebsw ebsw ist gerade offline | 4.4.2009 11:28 Uhr
Die Verleumdung
sie ist ein Lüftchen....
heißt es in einer Opernarie. Und das betreiben Sie mit der Behauptung, dass das Bundesfamilienministerium etwas auf den Index gesetzt habe, die Bundesprüfstelle abgelehnt habe ....aber der fahle Beigeschmack bliebe. Bezieht der sich auf die nicht rechtskonforme Sichtweise des Familienministeriums oder auf das Urteil der Bundesprüfstelle? Dies zu beurteilen überlassen Sie dem Leser.

Deshalb meine Darstellung: Die Sorge des Familienministeriums hat sich nach Prüfung durch die Bundesprüfstelle als unbegründet erwiesen. Frau von der Leyen hat sich halt geirrt.

Stimmen Sie dieser Sichtweise zu?
Comment
von l.demir l.demir ist gerade offline | 4.4.2009 17:17 Uhr
Deutungshoheit
Ebsw
Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie die Wiederholung von Geschehnissen und meine Empfindung dazu als Verleumdung empfinden? Ich war vielleicht nicht deutlich genug: Ich habe einen fahlen Geschmack -angesichts der Geschichte um das Buch, seinen Inhalt, den Versuch auf den Inhalt zu reagieren. Inwiefern die Sichtweise des Familienministeriums diesbezüglich nicht rechtskonform sein soll lassen Sie offen. Ich bin neugierig, würden Sie mir das erklären? Ja- und ich überlasse gerne der Leserin und dem Leser das weiter denken. Ob sich Frau von der Leyen geirrt hat? Die Tatsache, dass die Bundesprüfstelle anders entschieden hat ist kein Beleg dafür, wer recht hat. Es kommt schließlich auf die Beurteillungskriterien an. Da ich unser Staatssystem und unser Rechtswesen für tauglich halte, akzeptiere ich das Urteil. Ich kann allerdings das Urteil nicht gut finden. Die Sorge des Familienministeriums bleibt berechtigt.
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von ameland ameland ist gerade offline | 3.4.2009 10:55 Uhr
So manche Fragenstelleräußerung suggeriert unglaubliche (Schein)fakten!
Beispiel: "Vielen Menschen ist die Religion wichtig, weil sie Spielregeln schafft, Werte vertritt. Die Religion gilt als Rückgrat der Moral." Soll heißen: Nur die Religion ...
Wann hört es endlich auf, dass o. g. unglaublichen Behauptungen immer wieder geäußert werden dürfen. Wann endlich wird den Kirchen, den Religion die Bedeutung zugewiesen, die sie wirklich haben, für das Vorwärtskommen der Gesellschaften keine (oder eine rückwärtsgewandte).
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von brights_berlin brights_berlin ist gerade offline | 3.4.2009 12:06 Uhr
Falschdarstellung.
MICHAEL SCHMIDT-SALOMON, 41, leitet die Giordano-Bruno-Stiftung und gehört zu den deutschen Wortführern der atheistisch gesonnenen „Brights“-Bewegung.

1. Michael Schmidt-Salomon bezeichnet sich zwar als Bright, ist aber mitnichten der Wortführer der deutschen Brights-Bewegung. Schade über diese Falschmeldung.
2. Die Brights-Bewegung als "atheistisch gesonnen" zu bezeichnen, trifft den Kern nicht. Denn es gibt nicht wenige Brights, die sich nicht als Atheisten bezeichnen. Wiederum eine Falschmeldung.

Nächstes Mal besser recherieren. Danke.
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von erwinknolle erwinknolle ist gerade offline | 3.4.2009 12:39 Uhr
Die Kirche hat Darwin nie akzeptiert
Ich kann Herrn Schmidt-Salomon in jeder Hinsicht nur beipflichten. Es wird Zeit, daß Leute wie er, die sich auf ihr Denkvermögen und nicht auf Weihrauch und Pseudolehren verlassen, das Wort erheben. Wenn man bedenkt, welches Leid die Religionen der Menschheit angetan hat, dann kann man nur den Kopf schütteln über diese Halsstarrigkeit der Religionsritter.
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von derverwalter derverwalter ist gerade offline | 3.4.2009 12:41 Uhr
@ameland
Hoffentlich nie.
In diesem Land gibt es eine Verfassung, die Meinungsfreiheit ebenso wie Weltanschauungs- und Glaubensfreiheit garantiert.
Und darum darf jeder behaupten oder glauben oder nicht glauben, was er möchte, solange er damit niemanden beleidigt oder objektiv schädigt oder gegen Gesetze verstößt.
Was stellen Sie sich vor, wie das aufhören soll?
Die demokratischen Freiheiten abschaffen? Diktatur?
Wir müssen uns Meinungen und Glauben, die wir nicht vertreten, doch nicht anschließen. Das Volk weist den Kirchen ihre Bedeutung zu, dadurch das es ihnen angehört oder nicht.

Ich fasse es nicht ...
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 3.4.2009 13:05 Uhr
Also mich beleidigt es
wenn jemand die Evolution anzweifelt und mir sagt ich käme in die Hölle, weil ich weiß das diese Theorie die Fakten am besten erklärt.
Darf ich den dann verklagen?

Die Religionen haben sich daran gewöhnt mit Samthandschuhen angefaßt zu werden. Damit muß jetzt Schluß sein. Deswegen muß man niemanden persönlich beleidigen.
Aber ein Blasphemieverbot darf es nie wieder geben!

Meinungsfreiheit ist wichtiger als Religionsfreiheit. Denn MF beinhaltet RF!
Jeder darf an jeden Quatsch glauben. Das ist ok. Wichtig ist das ich es Quatsch nenen darf ohne das "Beleidigte" mit Pogromen oder Morddrohungen ankommen.
Wir sollten uns wieder auf die Werte der Aufklärung besinnen.
Sonst sind wir schneller wieder in alten Zeiten die keiner will als uns lieb ist.
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 3.4.2009 13:08 Uhr
So war es nicht gemeint
Der Aberglaube muß durch ein Bildungsprogramm das stärker die Wichtigkeit und Schönheit der Wissenschaften aufzeigt, zurückgedrängt werden.
Niemand redet auf Seiten der Atheisten von Verboten. Verbote sind die Domäne der Religionen. Damit wollen wir nichts zu tun haben.
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 3.4.2009 12:54 Uhr
Auf den Punkt gebracht!
Michael Schmidt-Salomon hat die Position der Atheisten und Agnostiker die keine Appeasment Politik gegenüber den Religionen betreiben wunderbar zusammengefaßt. Sogar wesentlich pointierter als Richard Dawkins es geschafft hat. Obwohl die Argumente die gleichen sind.
Allerdings fehlt uns noch ein Vertreter der mehr wie Christopher Hitchens argumentiert und den Religiösen zeigt wie peinlich und intolerant ihr Glaube eigentlich ist und zu welch kruden und dummen Auffassungen und Meinungen er sie zwingt. Die Ablehnung von Homosexuellen und die Ansicht, daß schon eine befruchtete Eizelle mit einem vollständigen erwachsenen Menschen gleichzusetzen ist, sind nur zwei aktuelle Beispiele.
Ansonsten: Bravo!
Comment
von cyrano cyrano ist gerade offline | 3.4.2009 14:01 Uhr
@brights_berlin; Falschdarstellung
Ergänzung:
Es heißt auch nicht "atheistisch gesonnen", sondern "atheistisch gesinnt".

gesonnen = willens (etwas zu tun)
gesinnt = von einer bestimmten Gesinnung.
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.4.2009 16:32 Uhr
Das war's ja nun nicht, cyrano
ein cyrano ist den Atheisten (wohl) gesonnen,
d.h. er hat Sympathie für sie,
ich allerdings bin cyrano nicht wohl gesonnen,
doch stets gut gesinnt...
Comment
von dali dali ist gerade online | 3.4.2009 16:40 Uhr
Das Ganze ist doch albern,
da wird der Fuchs über den Zweck eines Hühnerstalls befragt,
bzw. der katholische Bischof zum Verwalter eines Puffs gemacht:
ausgerechnet Schmid Salomon erklärt, wie "Christen" (auch er vereinheitlicht natürlich wieder Katholiken und Protstanten) z.B. über Darwin seiner Auffassung nach zu denken haben.
Er schreibt also vor, wie andere Denken.
Das sind doch Latrinenparolen, geruchsintensivster Art...
Comment
von krieger krieger ist gerade offline | 3.4.2009 20:49 Uhr
@dali
An welcher Stelle schreibt Schmidt-Salomon einem Christen vor, wie er zu denken hat? Nennen sie mal ein paar Beispiele. Es geht vielmehr darum, dass Konfessionslose eine stärkere Stimme in unserer Gesellschaft erhalten. Mehr Mitsprache. Aber das muss natürlich einem dali als erklärter Gegner von Direkter Demokratie aufstossen.

Und den Unterschied zwischen gesonnen und gesinnt haben sie wie so häufig nicht verstanden. Nichts anderes habe ich von Ihnen erwartet.

Comment
von dali dali ist gerade online | 3.4.2009 21:32 Uhr
zum Beispiel @krieger,
indem er behauptet beurteilen zu können, ob Theisten Darwin in ihr System einbauen können, er behauptet, dies wäre ihnen hermeneutisch nicht möglich.
Auch heißt "konfessionslos" zu sein nicht agnostisch zu sein, dies setzt er aber voraus.
Ohne diese Voraussetzung könnte er für diese, mit kriegers Worten, "mehr Gewicht" verleihen möchte,
dass wäre etwa so, als würden die Nichtwähler ihrem Anteil entsprechend Sitze im Parlament haben wollten,
kurz
sophistischer Schwachsinn pur...
Comment
von cyrano cyrano ist gerade offline | 3.4.2009 14:08 Uhr
Mosaische Kontinentalplattenverschiebung
Vor ein paar Tagen kam ich auf einen Gedanken, wie man auf eine Mine kommt: von solcher Sprengkraft, dass er einen direkt in die Arme von Pro Reli katapultiert. Zuvor fühlte ich mich noch überlegen wie ein Nobelpreisträger, der auf ein erbärmliches Häuflein Sonderschüler herabblickt, für den der Dreisatz ganze zwei Sätze zu kompliziert ist. Bis eben dieser giftige Gedanke aufblitzte. Der Boden, auf dem ich bisher fest zu stehen glaubte, begann wie Götterspeise zu wippen; es riss mich von den Beinen.

Was war passiert?

Ich hatte gerade entspannt über die frühen Parolen von Pro Reli gesonnen, über "Es gibt keine Werte ohne Gott!" oder "Es gibt keine Ethik ohne Gott!" – Sie erinnern sich? Das waren diese unbedarften Verlautbarungen des Kaninchenzüchtervereins Pro Reli e.V., bevor die Kirchen den Schuppen übernahmen und ihn zu einem börsenfähigen Schafzüchterkonzern umkrempelten. Fortan war es unter Androhung von Abschiebung in die Piusbruderschaft verboten, mit derart grundlegenden Überzeugungen noch einmal säkulare oder moderat religiöse Wähler zu verschrecken. Diese Sätze sind übrigens paläontologisch hoch interessant, weil sie als früher Beweis aufflackernden menschlichen Bewusstseins gelten dürfen. Doch plötzlich bombte mich eine Assoziation aus meinem Gemach: "Es gibt keinen Atheismus ohne Gott!"
Als ich mich Tage später halbwegs wieder gefangen hatte, wurde das ganze Ausmaß der Zerstörung meines Weltbildes sichtbar. Dieser Satz war nicht zu widerlegen. Wehe, wenn der Chef-Philosoph beim Tagesspiegelforum und gefühlte Ordinarius der Freien Universität Berlin, dali, davon Wind bekommt; die Häme würde mir den Todesstoß versetzen.
Oh Herr, erbarme Dich meiner verlorenen Seele!
Comment
von hartmutwewetzer hartmutwewetzer ist gerade offline | 3.4.2009 14:11 Uhr
Nicht so bright
Lieber brights berlin,

1. haben wir nicht geschrieben, dass Schmidt-Salomon "der" Wortführer der "Brights" ist, sondern nur einer unter mehreren und 2. dachte ich bisher immer, eine Nähe zum Atheismus sei typisch für "Brights". Aber bei uns ist vieles eben doch anders!
Comment
von brights_berlin brights_berlin ist gerade offline | 3.4.2009 15:33 Uhr
Eigenbezeichnung?
@hartmutwewetzer
1. Ich würde gerne erfahren, woher die Annahme kommt, dass MSS ein Wortführer der Brights sei? Er hat sich gegenüber Ihnen so dargestellt oder berufen sie sich auf seine Schriften, die er in Namen der Brights Bewegung verfasst hat?
2. Lesen Sie bitte den Link, dann werden Sie erkennen, dass dies keine typisch deutsche Angewohnheit ist.
Comment
von hege hege ist gerade offline | 3.4.2009 14:19 Uhr
Die Gedanken sind frei...
"Der Atheist steht für einen Menschen, der nicht an die Existenz Göttlicher Wesen glaubt", ihn gleichzusetzen mitIdeologien (z.B. Kommunismus u.a.)ist falsch und irreführend. So wie jeder vor dem Gesetz gleich ist (gleich sein sollte)so muss auch jeder Mensch in seinen Gedanken frei sein. Es gibt dazu ein wunderschönes Lied, endstanden wohl zwischen 1780 und 1800, zur 1848ziger Revolution jedoch verboten, da heißt es im zweiten Vers:
Ich denke was ich will
Und was mich beglücket
Und alles in der Still
Und wie es sich schicket
Kein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren
Es bleibet dabei
die Gedanken sind frei!!!!!
Anmerkung
Der Versuch durch Frau von der Leyen, dass Kinderbuch "Wohin gheht es zu Gott" auf den Index zu setzen war ein Affront gegen die Freiheit des Wortes. Nur verblendete unter uns sahen eine sogenannte Verunglimpfung der Juden. Es gab auch Aufregung wegen der Nackedeis am Ende des Buches, die nichts anderes im Sinn hatte, zu zeigen, dass wir Menschen, ohne Kleider, alle gleich geschaffen sind. Das Kinderbuch ist es wert gelesen zu werden.
Comment
von cyrano cyrano ist gerade offline | 3.4.2009 14:59 Uhr
@l.demir und die faule Studie
Studien? Sie meinen exakt eine Studie, eine dubiose Ministudie. Wenn ich schon die Fragestellung dieser angeblichen Studie lese, merke ich, was man davon zu halten hat. Ich möchte wetten, dass da jemand etwas beweisen wollte, was sich für Pro Reli ausschlachten lässt, und dann wurden die dazu passenden Untersuchungsmethoden generiert.
Aber nun konkreter: Welchen Wert soll eine Studie haben, die etwas misst, was gar nicht infrage gestellt wurde? Die Studie hätte vielmehr messen müssen, ob ein Pflichtfach Ethik oder ein Pflichtfach Religion integrationsfördernder ist. Niemand hat behauptet, der freiwillige Religionsunterricht sei ein Integrationshemmnis, sondern es wurde behauptet, die Abwahl des gemeinsamen Ethikunterrichts sei integrationshemmend. Das ist ein riesiger Unterschied! Genau genommen müsste untersucht werden, wie in einer multikulturellen Gesellschaft die jetzige Konstruktion (Ethik Pflicht, RU freiwillig) gegenüber der angestrebten (RU und Ethik als Pole einer Wahlpflicht) sich auf den Integrationsprozess auswirkt. Und das können wir nun mal erst messen, wenn wir Erfahrungen mit beiden Varianten gesammelt haben.
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von l.demir l.demir ist gerade offline | 3.4.2009 15:24 Uhr
Studien
ach cyrano,
Sie können einen schon beschäftigen. Nein, nicht nur eine Studie. Es gibt eine andere Studie von Bertelsmann, die sich mit eben diesem Thema befasst. Und nun kommen Sie mir nicht damit, dass die keine richtige Studie sei und so weiter....
Eine andere Studie nach Ihrem Geschmack können Sie gerne in Auftrag geben. Es wird mir eine große Freude sein diese zitieren zu dürfen. Aber so lange es die nicht gibt....

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von l.demir l.demir ist gerade offline | 3.4.2009 15:43 Uhr
wann ist eine Studie wissenschaftlich?
und cyrano,
die magische Zahl, wann eine Studie als wissenschaftlich verwertbar gelten darf ist 1 0 0 0 . In von mir genannter Studie waren es 1600 Befragungen.
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von delius delius ist gerade offline | 3.4.2009 15:00 Uhr
Verteidigung der Religion durch einen Konfessionslosen
Man muß nicht unbedingt an Gott glauben, um einzusehen, wie nur durch einen extrahumanen Orientierungspunkt Moral entstehen kann, die nicht von jedem neuen geistigen, wissenschaftlichen oder gar wirtschaftlichen Trend einfach über den Haufen geworfen werden kann. Der Gedanke, daß der rot-rote Senat jetzt die Ethik-Inhalte definieren möchte, ist schon eine Zumutung. Zugegeben, die Geschichte des Christentums ist von vielen Schrecknissen geprägt, aber was ist mit den "immanenten", atheistischen Ideologien, dem Stalinismus, dem Maoismus, dem Nationalsozialismus? Und deren Barbareien waren in unseren Tagen!

Das Christentum hat zu einer fast unvorstellbaren Sublimierung geführt (in der Kunst zum Ausdruck gebracht) und - noch wichtiger - zur Herausbildung eines dauerhaften Wertekanons. Wo kommt denn der Vorwurf der "Gier" gegen die Banker her? Es ist eben eine der sieben Todsünden! In einer Ethik, die die Mächtigen dieser Welt sich je bequem anpassen könnten, hätten wir nicht einmal die Möglichkeit, unseren Abscheu zu artikulieren.

Übrigens, ich bin konfessionslos, habe aber Hochachtung vor Leistungen der Menschheit, die Jahrtausende überdauert haben. Und dazu gehört eben auch, daß es der Mensch fertigbrachte, sich selbst zu überschreiten. Dies ist allen Gesellschaften, den primitiven wie den hochentwickelten, immer als notwendig erschienen. Bisher wollten die Menschen sich jeden[b][/b]falls nicht auf ein paar "helle Köpfe" verlassen.
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von hartmutwewetzer hartmutwewetzer ist gerade offline | 3.4.2009 15:12 Uhr
Nicht so bright
Lieber brights berlin,

1. haben wir nicht geschrieben, dass Schmidt-Salomon "der" Wortführer der "Brights" ist, sondern nur einer unter mehreren und 2. dachte ich bisher immer, eine Nähe zum Atheismus sei typisch für "Brights". Aber bei uns ist vieles eben doch anders!

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