Der Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon bestreitet, dass Naturwissenschaft und Glauben vereinbar sind – und fordert einen Feiertag für die Evolution.
Herr Schmidt-Salomon, Sie sind Vorstandssprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung. Sie fordern, den Feiertag Christi Himmelfahrt umzubenennen in „Evolutionstag“. Was soll das bringen? Ist das maximale Provokation?
Im Grunde ist unsere Forderung doch etwas völlig Normales! Wir leben in einem Staat, in dem mindestens ein Drittel der Bevölkerung keine religiösen Werte vertritt. Die Feiertage sind aber noch immer durch religiöse Riten dominiert. Das muss verändert werden. Schließlich gibt es eine kulturelle Evolution – auch im Feiertagskalender. Viele Feiertage aus der Vergangenheit feiern wir aus guten Gründen nicht mehr. Und so sollte auch berücksichtigt werden, dass ein Drittel der Bevölkerung mittlerweile konfessionsfrei ist und in der Feiertagsgesetzgebung berücksichtigt werden sollte. Im Darwinjahr hat es sich angeboten, den Evolutionstag zu fordern – auch deshalb, weil wir meinen, dass die weltanschaulichen Konsequenzen der Evolutionstheorie nicht hinreichend beachtet werden.
Und die wären?
Die Evolutionstheorie erklärt die Entstehung von sinnvollen Mustern, ohne dass dahinter sinnvolle Planung steht. Früher konnten Theologen sagen: „Schaut euch die Natur an, dahinter muss doch ein Plan stehen, denn auf natürlichem Wege kann so etwas nicht entstehen.“ Die Evolutionstheorie zeigt aber auf, dass für die Entstehung von Ordnung das blinde Walten von Zufall und Notwendigkeit völlig ausreicht.
Darwin verstehen heißt verstehen, dass es keinen Gott gibt?
Zumindest ein bewusst vorgehender Schöpfergott steht im Widerspruch zur Evolutionstheorie, denn Evolution ist kein zielgerichteter Prozess. Die traditionellen Religionen kommen ohne einen planvoll vorgehenden Schöpfer aber nicht aus. Ein Christ, der seine Religion noch halbwegs ernst nimmt, muss notgedrungen ein Schöpfungsgläubiger sein! Das heißt nicht, dass er dem wortgetreuen Modell der amerikanischen Kreationisten folgen muss. Ein Christ kann durchaus sagen: „Es gibt eine Evolution und das Universum ist 13,7 Milliarden Jahre alt.“ Aber ein Christ kann nicht darauf verzichten, dass Gott uns gewollt hat, dass er mit seiner Schöpfung einen Plan verfolgt. Wenn ich auf die Idee der Schöpfung verzichte, dann muss ich im Grunde auch alles andere fallen lassen, was den christlichen Glauben ausmacht.
Viele Naturwissenschaftler halten Darwin und Religion für vereinbar. Der Philosoph Jürgen Mittelstraß sagt, Darwin und die Kirche hätten sich nie im Kriegszustand befunden: „Aufgabe der Wissenschaft ist es, die Welt zu erklären – Aufgabe des Glaubens, das menschliche Leben zu stabilisieren und zu orientieren.“ Das klingt doch nach einer sinnvollen Teilung.
Ja, das klingt sehr nett, weil wir alle keine Konflikte haben wollen. Doch der Nichtangriffspakt zwischen Religion und Wissenschaft ist nicht haltbar. Denn die Erklärungsmodelle der Naturwissenschaft stehen im Widerspruch zu den Orientierungsmodellen der Religion. Manche versuchen das einfach zu ignorieren. Aber wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass die Kirche Darwin nie akzeptiert hat. Sie hat akzeptiert, dass der Körper des Menschen aus der Evolution stammt, dass der Mensch einen Vorfahren hat, den wir mit dem Schimpansen teilen. Aber sie akzeptiert nicht, dass die höheren geistigen Funktionen, das, was die Kirche Seele nennt, eben auch evolutionär entstanden ist. Die Kirche verlangt von dem Gläubigen einen Dualismus zwischen Körper und Geist. Der widerspricht allem, was wir aus der Hirnforschung wissen.
Vielen Menschen ist die Religion wichtig, weil sie Spielregeln schafft, Werte vertritt. Die Religion gilt als Rückgrat der Moral.
Dieses Argument hört man oft, es ist aber empirisch falsch. Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Demokratie, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das waren keine religiösen Werte, sondern Werte, die gegen die Religion erkämpft werden mussten. Und so landeten fast alle Vordenker der Demokratie und der Menschenrechte auf dem römischen Index der verbotenen Schriften. Wenn Sie sich die Enzykliken, Hirtenbriefe, Rundschreiben der Päpste angucken, so waren diese bis ins 20. Jahrhundert hinein gegen solche Werte gerichtet. Und sexuelle Selbstbestimmung beispielsweise ist für den Vatikan bis heute noch ein Fremdwort.
Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Menschen, die gläubig sind, mildtätiger sind, sozial engagierter als Menschen, die nicht an Gott glauben.
Das stimmt, Religion hat eine Wirkung auf Menschen und führt tatsächlich dazu, dass die Kooperation innerhalb der Gruppe erhöht wird. Nur hat die Sache eine Kehrseite. Denn diese Kooperation innerhalb der eigenen Gruppe führt zu einer deutlichen Abgrenzung gegenüber den Menschen außerhalb der Gruppe. Und je kooperativer Gesellschaften sind, desto militanter sind die Konflikte, die durch sie geführt werden. Man kann sich dies etwa am islamischen Fundamentalismus veranschaulichen. Nehmen wir Osama bin Laden: Innerhalb seines Systems ist er ein Wohltäter. Man könnte fast Tränen der Rührung vergießen, wenn man liest, was er geschrieben hat. Er erscheint als großer Altruist. Als einer, der für Witwen und Waisen Millionen spendete, der ein Leben im Luxus für seine Gemeinschaft aufgeopfert hat. Selbstverständlich nehmen wir Westler ihn nicht als Wohltäter wahr, sondern als gefährlichen Terroristen, der er für uns ja auch ist, da wir seiner „in-group“ nicht angehören. Osama bin Laden ist insofern ein Musterbeispiel für Doppelmoral, die da lautet: Wir sind die Guten, ihr seid die Bösen, und wir werden mit Gottes Hilfe über euch triumphieren! Dieses religiöse Konzept hat in der Geschichte große Katastrophen heraufbeschworen, und das bis zum heutigen Tag.
Sie sagen, Toleranz sei wichtig. Was ist dann falsch am Anliegen der „Pro-Reli“-Befürworter, den Ethikunterricht durch ein Wahlpflichtfach „Ethik/Religion“ zu ersetzen und der Wahlfreiheit mehr Raum zu geben?
Von mehr Wahlfreiheit kann man hier kaum sprechen! Denn die Kinder, die in den Religionsunterricht gehen, hätten ja nicht mehr die Freiheit, gleichzeitig auch den Ethikunterricht zu besuchen. Das grundsätzliche Problem aber ist, dass der „Pro-Reli“-Vorschlag die religiös-weltanschauliche Gettoisierung unserer Gesellschaft verstärkt, statt sie abzubauen. Wir brauchen dringend ein Fach, in dem Jugendliche und Kinder gemeinsam über gute Formen des Zusammenlebens diskutieren, in dem vorurteilsfrei jegliche Weltanschauung und Religion hinterfragt werden kann. Die Regelung, die hier in Berlin gefunden wurde, ist insofern ein großer Fortschritt. „ProReli“ will das Rad der Geschichte zurückdrehen.
Ihre Stiftung unterstützte das Vorhaben, in Berlin, Köln und München Busse mit dem Spruch „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ beschriften zu lassen. Die Verkehrsbetriebe lehnten das aber ab. In Amerika, Spanien, England oder Italien ist die Aktion gelaufen. Was ist bei uns anders?
Dass die Verkehrsbetriebe sich hier anders verhalten, hängt stark damit zusammen, dass die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland nicht wirklich funktioniert. Der Staat spielt sich häufig als Verteidiger des Glaubens auf, während die Nichtgläubigen sowohl politisch als auch medial übergangen werden. Eben deshalb brauchen wir eine säkulare Buskampagne in Deutschland, denn obwohl es mehr konfessionsfreie Menschen in Deutschland gibt als Katholiken oder Protestanten, glaubt jeder von diesen 25 Millionen Menschen, er sei allein.
Wie wollen sie denn diese 25 Millionen Konfessionsfreien erreichen? Das ist doch ein sehr buntes Gemisch.
Wir haben eine Forschungsgruppe „Weltanschauung in Deutschland“ gegründet, um herauszufinden, was das für Menschen sind. Das Ergebnis war, dass die konfessionsfreien Menschen eine homogenere weltanschauliche und politische Gruppe sind als die evangelischen oder die katholischen Kirchenmitglieder. In den meisten sozialen, ethischen und weltanschaulichen Fragen finden Sie bei Konfessionsfreien hohe Zustimmungsquoten, während bei den Kirchenmitgliedern die Meinungen sehr auseinandergehen. Das kann man zum Beispiel bei Sterbehilfe oder der Akzeptanz der Evolutionstheorie sehen. Man kann also relativ gut herausfinden, was die Mehrheit der Konfessionsfreien wünscht. Das ist keine schlechtere Basis als die der Kirchen. Die verweisen zwar auf ihre Mitgliederzahlen, unterschlagen aber, dass 99 Prozent der Menschen zu einem Zeitpunkt Kirchenmitglied werden, an dem sie noch nicht im Entferntesten für Argumente zugänglich sind – nämlich bei der Taufe.
Das Gespräch führten Kai Kupferschmidt und Hartmut Wewetzer.
MICHAEL SCHMIDT-SALOMON, 41, leitet die Giordano-Bruno-Stiftung und gehört zu den deutschen Wortführern der atheistisch gesonnenen „Brights“-Bewegung.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 03.04.2009)
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Salomon weiß nichts von Studien, die genau das Gegenteil von dem belegen, was er behauptet. Er spricht von Ghettoisierung in unserer Gesellschaft (durch den Vorschlag von pro Reli). Die Studie belegt, dass:
"Schülerinnen und Schüler, die kontinuierlich von der Grundstufe bis zur Sekundarstufe I den evangelischen Religionsunterricht besucht haben, weisen deutlich höhere interreligiöse Kenntnisse und Kompetenzen auf als Schülerinnen und Schüler, die daran nur sporadisch oder überhaupt nicht teilnahmen."
Daraus ergibt sich folgende bildungspolitische Empfehlung:
1. Die Forschergruppe empfiehlt, dem konfessionellen Religionsunterricht nicht mehr zu unterstellen, er sei ein Integrationshindernis an der öffentlichen Schule. Diese Vermutung kann durch die KERK-Studie als empirisch widerlegt gelten.
Bedenklich finde ich, die Aussage, „dass die Konfessionslosen homogener als die Christen seien…. “ und wofür soll das ein Beweis sein? Wir brauchen die Fähigkeit zur Vielfalt mehr als die Fähigkeit von Homogenität zu träumen!
Wenn man die gleichen Kinder statt in den evangelischen Religionsunterricht in die Thoraschule schicken würden, wären sie genauso schlau.
Ich freue mich, dass Sie zu diesem Schluss kommen. Ich bin davon ebenso überzeugt wie Sie, dass der Besuch der Thoraschule auch schlau macht. Es gibt dazu allerdings keine Statistik. Aber es gibt die Bertelsmannstudie, die belegt, dass die 90% religiösen Muslime in Deutschland ein hohes Maß an religiöser Toleranz aufweisen.
Aber wenn ich Sie richtig verstehe, wollen Sie etwas ganz anderes sagen, bitte korrigieren Sie mich, falls ich mich irre: die delinquenten arabischen und türkischen, sowie Prollkinder gehen erst gar nicht in den RU. In diesen gehen nur die hin, die ohnehin „gut“ sind. Deswegen fällt auch die Studie so positiv aus.
Darin steckt ein wenig der Wunsch drin, dass RU „gut“ machen könnte. So wie es auch vom Ethikunterricht erwartet wird. Ich denke dieser Wunsch ist an beide Fächer eine Überforderung. Aber: türkische und arabische Schüler werden nicht durch ihren islamischen Religionsunterricht „gut“ oder besser. Sie fühlen sich aber ernst genommen und in ihrem S o s e i n wertgeschätzt. Das wäre ein ausgesprochen wertvoller Beitrag zur Integration.
Nciht der Besuch der Thoraschule an sich macht schlau, sondern solche Schulen werden von Kindern besucht, die überdurchschnittlich motiviert und an Bildung interessiert sind, genauso wie Kinder die, womöglich noch freiwillig, in den Religionsunterricht gehen. Sie verwechseln hier Wirkung und Ursache.
Wenn die gleichen Kinder statt Religionsunterricht Mathe für Fortgeschrittene nehmen würden, wären sie in der Schule immer noch erfolgreicher als anatolische Bildungsverweigerer. Das hat mit Religon nichts zu tun.
Ich bin ganz Ihrer Meinung und habe dies auch in meinem Kommentar mit den Worten- ich zitiere mich-
“ die delinquenten arabischen und türkischen, sowie Prollkinder gehen erst gar nicht in den RU. In diesen gehen nur die hin, die ohnehin „gut“ sind. Deswegen fällt auch die Studie so positiv aus.“
Insofern kann von Verwechslung nicht die Rede sein, es sei denn, Sie verwechseln sich selbst.
Ich kenne das beanstandete Buch und ich finde es nicht besonders gelungen, aber es ist ganz sicher nicht antisemitisch. Es war ganz offensichtlich, daß der religiösen Familienministerin das Buch ein Dorn im Auge war und sie nur einen Vorwand suchte, es zu indizieren. Es ist ein bekanntes Merkmal abrahamitischer Religionen auf jede Kritik bissig zu reagieren.
Wozu denn diese Aufregung? Unter meinem Kommentar „Deutungshoheit“ habe ich meine etwas nachlässige Formulierung nachgebessert. Ich korrigiere mich: meine Empfindung ist „der fahle Geschmack“.
Nun können Sie mir diese meine Empfindung ebenso wenig vorwerfen, wie meine Empfindung traurig oder glücklich über etwas zu sein.
Um zu Ihrem Beispiel zurückzukommen. Ob eine Unschuld vorliegt ist nicht erwiesen. Ich kenne die Beurteilungskriterien der Bundesprüfstelle nicht. Ämter sind nicht genetisch vor Irrtümern gefeit. Ich traue mir eine eigene Urteilsfähigkeit zu. Dass Sie Ihrerseits das Buch lediglich „nicht besonders gelungen“ finden, ist für mich nicht aussagekräftig. Jedenfalls finde ich eine Bemerkung wie Ihre letzte, was denn so abrahamitisches Merkmal ist merkwürdig. Klingt mir zu viel nach Schublade. Gefällt mir nicht.
Verehrter ebsw, ich habe zwar schon oft davon gehört, dass der Berliner an sich sehr an seiner Stadt hängt, aber sollten Sie das Rheinland schon als ein Land mit „Deutschland inkompatiblen Rechtssystem bezeichnen? Das gibt mir doch zu denken!
auch Lesen ist eine Kompetenz. Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist das Gegenteil richtig. Das Gegenteil von: es wurde NICHT auf die Liste gesetzt ist dann -es wurde auf die Liste gesetzt.
Lieber capajork ich haben nicht behauptet, dass es auf die Liste gesetzt wurde.
Lesen sie ihren Unsinn einfach nochmals durch!
Ich weiß, ist alles nicht so einfach…
Ich schrieb: Ist Schmidt-Salomon der gleiche Mann, dessen religionskritisches Kinderbuch vom Bundesfamilienministerium auf die Liste der jugendgefährdenden Bücher gesetzt wurde? Begründung: der jüdische Glaube würde darin verächtlich gemacht.
So und jetzt kommt es: bitte gaaaaanz langsam lesen:
"G u t, d e r A n t r a g w u r d e d u r c h d i e B u n d e s p r ü f s t e l l e a b g e l e h n t. Der fahle Geschmack bleibt."
Jetzt verstanden?
heißt es in einer Opernarie. Und das betreiben Sie mit der Behauptung, dass das Bundesfamilienministerium etwas auf den Index gesetzt habe, die Bundesprüfstelle abgelehnt habe ....aber der fahle Beigeschmack bliebe. Bezieht der sich auf die nicht rechtskonforme Sichtweise des Familienministeriums oder auf das Urteil der Bundesprüfstelle? Dies zu beurteilen überlassen Sie dem Leser.
Deshalb meine Darstellung: Die Sorge des Familienministeriums hat sich nach Prüfung durch die Bundesprüfstelle als unbegründet erwiesen. Frau von der Leyen hat sich halt geirrt.
Stimmen Sie dieser Sichtweise zu?
Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie die Wiederholung von Geschehnissen und meine Empfindung dazu als Verleumdung empfinden? Ich war vielleicht nicht deutlich genug: Ich habe einen fahlen Geschmack -angesichts der Geschichte um das Buch, seinen Inhalt, den Versuch auf den Inhalt zu reagieren. Inwiefern die Sichtweise des Familienministeriums diesbezüglich nicht rechtskonform sein soll lassen Sie offen. Ich bin neugierig, würden Sie mir das erklären? Ja- und ich überlasse gerne der Leserin und dem Leser das weiter denken. Ob sich Frau von der Leyen geirrt hat? Die Tatsache, dass die Bundesprüfstelle anders entschieden hat ist kein Beleg dafür, wer recht hat. Es kommt schließlich auf die Beurteillungskriterien an. Da ich unser Staatssystem und unser Rechtswesen für tauglich halte, akzeptiere ich das Urteil. Ich kann allerdings das Urteil nicht gut finden. Die Sorge des Familienministeriums bleibt berechtigt.
Wann hört es endlich auf, dass o. g. unglaublichen Behauptungen immer wieder geäußert werden dürfen. Wann endlich wird den Kirchen, den Religion die Bedeutung zugewiesen, die sie wirklich haben, für das Vorwärtskommen der Gesellschaften keine (oder eine rückwärtsgewandte).
1. Michael Schmidt-Salomon bezeichnet sich zwar als Bright, ist aber mitnichten der Wortführer der deutschen Brights-Bewegung. Schade über diese Falschmeldung.
2. Die Brights-Bewegung als "atheistisch gesonnen" zu bezeichnen, trifft den Kern nicht. Denn es gibt nicht wenige Brights, die sich nicht als Atheisten bezeichnen. Wiederum eine Falschmeldung.
Nächstes Mal besser recherieren. Danke.
In diesem Land gibt es eine Verfassung, die Meinungsfreiheit ebenso wie Weltanschauungs- und Glaubensfreiheit garantiert.
Und darum darf jeder behaupten oder glauben oder nicht glauben, was er möchte, solange er damit niemanden beleidigt oder objektiv schädigt oder gegen Gesetze verstößt.
Was stellen Sie sich vor, wie das aufhören soll?
Die demokratischen Freiheiten abschaffen? Diktatur?
Wir müssen uns Meinungen und Glauben, die wir nicht vertreten, doch nicht anschließen. Das Volk weist den Kirchen ihre Bedeutung zu, dadurch das es ihnen angehört oder nicht.
Ich fasse es nicht ...
Darf ich den dann verklagen?
Die Religionen haben sich daran gewöhnt mit Samthandschuhen angefaßt zu werden. Damit muß jetzt Schluß sein. Deswegen muß man niemanden persönlich beleidigen.
Aber ein Blasphemieverbot darf es nie wieder geben!
Meinungsfreiheit ist wichtiger als Religionsfreiheit. Denn MF beinhaltet RF!
Jeder darf an jeden Quatsch glauben. Das ist ok. Wichtig ist das ich es Quatsch nenen darf ohne das "Beleidigte" mit Pogromen oder Morddrohungen ankommen.
Wir sollten uns wieder auf die Werte der Aufklärung besinnen.
Sonst sind wir schneller wieder in alten Zeiten die keiner will als uns lieb ist.
Niemand redet auf Seiten der Atheisten von Verboten. Verbote sind die Domäne der Religionen. Damit wollen wir nichts zu tun haben.
Allerdings fehlt uns noch ein Vertreter der mehr wie Christopher Hitchens argumentiert und den Religiösen zeigt wie peinlich und intolerant ihr Glaube eigentlich ist und zu welch kruden und dummen Auffassungen und Meinungen er sie zwingt. Die Ablehnung von Homosexuellen und die Ansicht, daß schon eine befruchtete Eizelle mit einem vollständigen erwachsenen Menschen gleichzusetzen ist, sind nur zwei aktuelle Beispiele.
Ansonsten: Bravo!
Es heißt auch nicht "atheistisch gesonnen", sondern "atheistisch gesinnt".
gesonnen = willens (etwas zu tun)
gesinnt = von einer bestimmten Gesinnung.
d.h. er hat Sympathie für sie,
ich allerdings bin cyrano nicht wohl gesonnen,
doch stets gut gesinnt...
bzw. der katholische Bischof zum Verwalter eines Puffs gemacht:
ausgerechnet Schmid Salomon erklärt, wie "Christen" (auch er vereinheitlicht natürlich wieder Katholiken und Protstanten) z.B. über Darwin seiner Auffassung nach zu denken haben.
Er schreibt also vor, wie andere Denken.
Das sind doch Latrinenparolen, geruchsintensivster Art...
Und den Unterschied zwischen gesonnen und gesinnt haben sie wie so häufig nicht verstanden. Nichts anderes habe ich von Ihnen erwartet.
Auch heißt "konfessionslos" zu sein nicht agnostisch zu sein, dies setzt er aber voraus.
Ohne diese Voraussetzung könnte er für diese, mit kriegers Worten, "mehr Gewicht" verleihen möchte,
dass wäre etwa so, als würden die Nichtwähler ihrem Anteil entsprechend Sitze im Parlament haben wollten,
kurz
sophistischer Schwachsinn pur...
Was war passiert?
Ich hatte gerade entspannt über die frühen Parolen von Pro Reli gesonnen, über "Es gibt keine Werte ohne Gott!" oder "Es gibt keine Ethik ohne Gott!" – Sie erinnern sich? Das waren diese unbedarften Verlautbarungen des Kaninchenzüchtervereins Pro Reli e.V., bevor die Kirchen den Schuppen übernahmen und ihn zu einem börsenfähigen Schafzüchterkonzern umkrempelten. Fortan war es unter Androhung von Abschiebung in die Piusbruderschaft verboten, mit derart grundlegenden Überzeugungen noch einmal säkulare oder moderat religiöse Wähler zu verschrecken. Diese Sätze sind übrigens paläontologisch hoch interessant, weil sie als früher Beweis aufflackernden menschlichen Bewusstseins gelten dürfen. Doch plötzlich bombte mich eine Assoziation aus meinem Gemach: "Es gibt keinen Atheismus ohne Gott!"
Als ich mich Tage später halbwegs wieder gefangen hatte, wurde das ganze Ausmaß der Zerstörung meines Weltbildes sichtbar. Dieser Satz war nicht zu widerlegen. Wehe, wenn der Chef-Philosoph beim Tagesspiegelforum und gefühlte Ordinarius der Freien Universität Berlin, dali, davon Wind bekommt; die Häme würde mir den Todesstoß versetzen.
Oh Herr, erbarme Dich meiner verlorenen Seele!
1. haben wir nicht geschrieben, dass Schmidt-Salomon "der" Wortführer der "Brights" ist, sondern nur einer unter mehreren und 2. dachte ich bisher immer, eine Nähe zum Atheismus sei typisch für "Brights". Aber bei uns ist vieles eben doch anders!
1. Ich würde gerne erfahren, woher die Annahme kommt, dass MSS ein Wortführer der Brights sei? Er hat sich gegenüber Ihnen so dargestellt oder berufen sie sich auf seine Schriften, die er in Namen der Brights Bewegung verfasst hat?
2. Lesen Sie bitte den Link, dann werden Sie erkennen, dass dies keine typisch deutsche Angewohnheit ist.
Ich denke was ich will
Und was mich beglücket
Und alles in der Still
Und wie es sich schicket
Kein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren
Es bleibet dabei
die Gedanken sind frei!!!!!
Anmerkung
Der Versuch durch Frau von der Leyen, dass Kinderbuch "Wohin gheht es zu Gott" auf den Index zu setzen war ein Affront gegen die Freiheit des Wortes. Nur verblendete unter uns sahen eine sogenannte Verunglimpfung der Juden. Es gab auch Aufregung wegen der Nackedeis am Ende des Buches, die nichts anderes im Sinn hatte, zu zeigen, dass wir Menschen, ohne Kleider, alle gleich geschaffen sind. Das Kinderbuch ist es wert gelesen zu werden.
Aber nun konkreter: Welchen Wert soll eine Studie haben, die etwas misst, was gar nicht infrage gestellt wurde? Die Studie hätte vielmehr messen müssen, ob ein Pflichtfach Ethik oder ein Pflichtfach Religion integrationsfördernder ist. Niemand hat behauptet, der freiwillige Religionsunterricht sei ein Integrationshemmnis, sondern es wurde behauptet, die Abwahl des gemeinsamen Ethikunterrichts sei integrationshemmend. Das ist ein riesiger Unterschied! Genau genommen müsste untersucht werden, wie in einer multikulturellen Gesellschaft die jetzige Konstruktion (Ethik Pflicht, RU freiwillig) gegenüber der angestrebten (RU und Ethik als Pole einer Wahlpflicht) sich auf den Integrationsprozess auswirkt. Und das können wir nun mal erst messen, wenn wir Erfahrungen mit beiden Varianten gesammelt haben.
Sie können einen schon beschäftigen. Nein, nicht nur eine Studie. Es gibt eine andere Studie von Bertelsmann, die sich mit eben diesem Thema befasst. Und nun kommen Sie mir nicht damit, dass die keine richtige Studie sei und so weiter....
Eine andere Studie nach Ihrem Geschmack können Sie gerne in Auftrag geben. Es wird mir eine große Freude sein diese zitieren zu dürfen. Aber so lange es die nicht gibt....
die magische Zahl, wann eine Studie als wissenschaftlich verwertbar gelten darf ist 1 0 0 0 . In von mir genannter Studie waren es 1600 Befragungen.
Das Christentum hat zu einer fast unvorstellbaren Sublimierung geführt (in der Kunst zum Ausdruck gebracht) und - noch wichtiger - zur Herausbildung eines dauerhaften Wertekanons. Wo kommt denn der Vorwurf der "Gier" gegen die Banker her? Es ist eben eine der sieben Todsünden! In einer Ethik, die die Mächtigen dieser Welt sich je bequem anpassen könnten, hätten wir nicht einmal die Möglichkeit, unseren Abscheu zu artikulieren.
Übrigens, ich bin konfessionslos, habe aber Hochachtung vor Leistungen der Menschheit, die Jahrtausende überdauert haben. Und dazu gehört eben auch, daß es der Mensch fertigbrachte, sich selbst zu überschreiten. Dies ist allen Gesellschaften, den primitiven wie den hochentwickelten, immer als notwendig erschienen. Bisher wollten die Menschen sich jeden[b][/b]falls nicht auf ein paar "helle Köpfe" verlassen.
1. haben wir nicht geschrieben, dass Schmidt-Salomon "der" Wortführer der "Brights" ist, sondern nur einer unter mehreren und 2. dachte ich bisher immer, eine Nähe zum Atheismus sei typisch für "Brights". Aber bei uns ist vieles eben doch anders!