Wer von Zigaretten loskommen möchte, weil er unter seiner Sucht leidet, soll Geld für eine Therapie bekommen. Die Drogenbeauftragte sieht die Raucher in der Verantwortung.
Die gesetzlichen Krankenkassen sollen laut einem Zeitungsbericht künftig die Kosten für Raucher-Entwöhnprogramme übernehmen. Das habe der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), in dem Ärzte und Kassen den Leistungskatalog festlegen, beschlossen, berichtet das
Hamburger Abendblatt.
Demzufolge ist vorgesehen, dass jeder, der sich beim Hausarzt als chronischer Raucher mit gesundheitlichen Beschwerden in ein solches Programm einschreibt, die Aufwendungen erstattet bekommt.
Ein Sprecher des Gremiums bestätigte der Zeitung, dass das Bundesgesundheitsministerium den Beschluss sofort als Rechtsverordnung in Kraft setzen könne. Für solche Entwöhnprogramme kommen nach Auffassung der G-BA-Experten die Raucher infrage, die mindestens seit einem Jahr täglich husten und Schleim produzieren beziehungsweise unter Atemnot leiden oder deutliche gesundheitliche Folgeerscheinungen zeigen.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), sagte der Zeitung, sie wolle den Beschluss zunächst "fachlich und politisch" prüfen. "Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit, daher sind Angebote zur Tabakentwöhnung ein wichtiger Baustein in der Prävention", so Dyckmans.
Allerdings müsse es dabei bleiben, "dass die Aufgabe des Rauchens weiter in der Eigenverantwortung der Raucherinnen und Raucher liegt". Eine generelle Kostenübernahme für sämtliche Arzneimittel zur Tabakentwöhnung lehnt die Drogenbeauftragte ab.
Quelle: ZEIT ONLINE, dpa
Kommentare [ 4 ] Kommentar hinzufügen »
Versichertengemeinschaft in der GKV die Kosten tragen.Die Ideengeber stehen mal wieder außen vor.- Privatversichert-
Als Nichtraucher lasse ich mich als Chroniker eintragen und kassiere die Knete.
Dass die Krankenkassen so einen Quatsch mitmachen
wollen, zeigt die Korruption im Gesundheitswesen.