Der Tagesspiegel : „Man lernt Vertrauen in sich selbst“

Finanzminister Speer über seine Feuerlandreise

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Feuerland ist eine Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas mit gleichnamiger Hauptinsel. Vom Festland ist sie durch die Magellanstraße getrennt. Die Inselgruppe wurde 1881 zwischen Argentinien und Chile aufgeteilt. Sie ist 71 500 Quadratkilometer groß und hat etwa 140 500 Einwohner.

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Herr Speer, wie kommt man auf die Idee, nach Feuerland zu reisen?

Ich habe mal einen Bericht darüber gelesen, in „Geo“ glaube ich. Es schien ein interessantes Reiseziel zu sein.

Und wie kommt man hin?

Mit dem Flugzeug über Paris, Atlanta, Santiago de Chile und dann noch ein paar Stunden weiter nach Süden.

Was haben Sie in Feuerland gemacht?

Ich war mit einem Freund dort. Wir sind Kajak gefahren. Jeder in seinem eigenen, es sind Faltboote, die man ins Flugzeug mitnehmen kann. Wir haben Lachse und Forellen geangelt und gegessen. Bei Ebbe konnte man Muscheln sammeln und essen, direkt aus dem Meer. Notproviant hatten wir aber trotzdem dabei. Außerdem haben wir Seelöwen gesehen, Delfine und Pinguine.

Das klingt toll. Haben Sie auch Menschen gesehen?

Die ersten Tage vor unserer Kajaktour waren wir in einem kleinen Ort und haben uns schlau gemacht. Informationen und Karten besorgt. Das ist von Deutschland aus schwierig. Danach auf dem Wasser war es dann schon oft eher einsam.

Verändert einen das?

Ja, nach zwei, drei Wochen hat man eine andere Sicht auf die Probleme der Heimat. Man entwickelt in der Ferne auch das Selbstvertrauen, dass es einem gelingt, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Wurde es mal gefährlich?

Es gab Stromschnellen, bei denen wir an unsere Grenzen gekommen sind. Und manchmal hat sich das Wetter blitzschnell geändert, plötzlich kamen hohe Wellen auf, durch die wir mit unseren Kajaks durchmussten.

Sind die Abenteuer für Sie Ausgleich für den langweiligen politischen Alltag?

Ich finde den politischen Alltag nicht langweilig, und an Herausforderungen arm ist er auch nicht.

Rainer Speer (46) ist SPD-Politiker und seit 2004 Brandenburgs Finanzminister. Er hat schon Urlaube im Himalaya und mit Kajak in Kanada verbracht. Mit ihm sprach Ariane Bemmer.

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