Mannheim : "Der Traum vom ewigen Leben"

Unter dem Titel "Der Traum vom ewigen Leben" ist ab dem 29. September, in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen die derzeit weltweit größte Ausstellung zum Thema Mumien und Mumifizierung zu sehen.

Mumie Foto: ddp
"Mumien sind das beste Archiv für die Geschichte der Menschheit", sagt Frank Rühli. -Foto: ddp

MannheimDie umfassende kultur- und naturgeschichtliche Präsentation zeigt bis zum 24. März 2008 Mumienfunde von allen Kontinenten. Wie Museumsleiter Alfried Wiezcorek heute sagte, entstand die Idee für die Schau, als vor vier Jahren Museumsmitarbeiter auf ein verborgenes Depot mit 20 Mumien aus Beständen des Hauses stießen, die seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten.

Der Umgang mit dem Tod habe sich über die Jahrhunderte stark verändert, sagte Wieczorek. Gerade in Mitteleuropa gebe es zuweilen starke Vorbehalte gegen die Konservierung von Leichen. "Unsere Präsentation verzichtet bewusst auf reißerische Effekte. Wir wollen dieses Thema würdevoll präsentieren", sagte der Museumschef.

"Wir versuchen Mumien zu behandeln wie Patienten"

"Mumien sind das beste Archiv für die Geschichte der Menschheit", sagte der Baseler Mediziner Frank Rühli, der an dem Projekt beteiligt war. "Die Reiss-Engelhorn-Museen bieten das führende Mumienprojekt in Deutschland", betonte er. "Wir versuchen Mumien zu behandeln wie Patienten", fügte der Wissenschaftler hinzu.

Die Ausstellung zeigt etwa die berühmteste Schweizer Mumie, die so genannte Porschabelle-Gletscher-Leiche, die 1992 in den Alpen aufgefunden wurde und aus dem 17. Jahrhundert stammt. Gezeigt werden auch mehrere Moorleichen aus Schleswig-Holstein, sowie Exponate aus Südamerika und von anderen Kontinenten. Verwiesen wird aber auch auf die Beispiele mumifizierter Leichname prominenter Kirchenmänner und Politiker, wie etwa Papst Johannes XXIII. oder Sowjet-Führer Lenin. (mit ddp)