Marburger Bund : Montgomery geht

Frank Ulrich Montgomery, 18 Jahre lang das Gesicht der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, will nicht weiter Verbandschef sein. Einem Medienbericht zufolge würde der 55-Jährige nun gern Ärztekammer-Präsident werden.

Montgomery
Will sich anderen Aufgaben widmen: Frank Ulrich Montgomery. -Foto: ddp

BerlinNach 18 Jahren an der Spitze der Ärztegewerkschaft Marburger Bund will Frank Ulrich Montgomery (55) bei den Vorstandswahlen im November nicht mehr antreten. Er wolle sich auf andere Aufgaben vorbereiten, sagte Montgomery der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Im Verband wurde bestätigt, dass der Marburger Bund mit der Personalie vor einem Umbruch stehe.

Mit Montgomery als Vorsitzendem hatte die Ärzteorganisation im Juni 2006 nach monatelangen Streiks erstmals einen eigenen Ärzte-Tarifvertrag für die deutschen Universitätskliniken erstritten, gefolgt vom ersten eigenen Abschluss für die kommunalen Klinikärzte zwei Monate später.

Der Radiologe Montgomery ist Ärztekammer-Chef in Hamburg, einer von zwei Vizepräsidenten der Bundesärztekammer und SPD-Mitglied. Er würde dem Bericht zufolge gern Ärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe ablösen. Montgomerys Nachfolger solle der Marburger-Bund-Landeschef in Nordrhein-Westfalen, Rudolf Henke, werden, berichtete das Blatt. Gegen den 53 Jahre alten Oberarzt und CDU-Politiker gebe es im Verband aber Vorbehalte. (mit dpa)