Martin-Gropius-Bau : Paris vor hundert Jahren

Einen ungewöhnlichen und originellen Blick auf Paris bietet eine Retrospektive des Fotokünstlers Eugène Atget ab Freitag im Martin-Gropius-Bau. Berlin ist die einzige Station der Ausstellung in Deutschland.

Berlin"Es ist eine Sensation, diese Schau hier zeigen zu können", sagte der Direktor des Ausstellungshauses, Gereon Sievernich. 350 Fotografien Atgets (1857 - 1927), zusammengestellt vom Französischen Nationalmuseum Paris, sind zu sehen. Die Ausstellung sei bereits in Paris ein großer Erfolg gewesen, sagte Sievernich. Berlin ist den Angaben zufolge die einzige Station dieser Ausstellung in Deutschland. Einige der Fotos hätten seit ihrer Aufnahme vor rund 100 Jahren die französische Hauptstadt nie verlassen, erläuterte Kuratorin Sylvie Aubenas. Neben Architektur fotografierte er Straßenhändler, Gewerbetreibende, Lumpensammler und Prostituierte sowie Jahrmärkte und Kirchenfeste.

Zeitlose Fotokunst

Atget sei mit seinen Aufnahmen ein künstlerischer Balanceakt gelungen, sagte die Kuratorin weiter. Mit seiner systematischen Arbeitsweise habe der Fotograf eine realistische Darstellung der Realität aus einem künstlerischen Blickwinkel geschaffen. Der Vertreter des Präsidenten des Französischen Nationalmuseums, Thierry Grillet, hob besonders den zeitlosen Wert der Retrospektive des Pariser Künstlers hervor.

Der 150. Geburtstag des Fotokünstlers ist der Anlass für die Ausstellung und einer der Höhepunkte des kulturellen Austausches zwischen den Partnerstädten Berlin und Paris, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen begeht. (mit ddp)

Die Ausstellung kann bis zum 6. Januar in der Niederkirchnerstraße 7 besichtigt werden. Der Eintritt kostet sieben Euro.