Der Tagesspiegel : Martin Schmitt?

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Martin Schmitt ist doch dieser magere Skispringer, der am Erschöpfungssyndrom leidet und gar nicht mehr springt!

Nein, das ist Sven Hannawald. Martin Schmitt wiegt ein bisschen mehr und springt immer noch. Das nächste Mal am Neujahrstag von der Schanze in GarmischPartenkirchen. Wenn er sich qualifiziert.

Das sollte ihm gelingen, er war doch Weltmeister oder Olympiasieger?

Er war beides. Aber das ist schon eine Weile her. Seit zweieinhalb Jahren springt Martin Schmitt schlecht. Beim ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf landete er nur auf dem vorletzten Platz. Hinter einem Chinesen.

Vielleicht ist der Chinese kleiner und fliegt leichter?

Blödsinn.

Warum landet Martin Schmitt dann immer so früh?

Das wüsste er selber gerne. Vor zwei Jahren kämpfte er mit einer Knieverletzung, nun hat er Schwierigkeiten mit der Sprungtechnik. Kleine Fehler haben im Skispringen oft eine große Wirkung.

Und seine Fans sind traurig?

Ja. Es kommen immer noch viele Mädchen an die Schanze und drücken ihm die Daumen. Aber sie haben schon mal lauter gekreischt. Vielleicht wissen sie, dass er inzwischen mit der Sportstudentin Patricia zusammen ist. Vor ein paar Jahren hielten Fans sogar ein Plakat hoch mit der Aufschrift: „Martin, ich will ein Kind von dir.“ Das Transparent hatten allerdings zwei Jungs gemalt.

Fand er das lustig?

Wahrscheinlich schon. Schmitt ist ein freundlicher Mensch. Er wohnt mit seinem Bruder zusammen in Freiburg. Der SC Freiburg ist sein Lieblingsverein.

Die Letzten in der Bundesliga!

Schmitt glaubt, dass Freiburg und er irgendwann wieder besser werden. Vielleicht hilft ihm auch sein Sponsor Milka und schickt ihm Schokoladentafeln – mit viel Serotonin, das hebt die Stimmung.

Nicht zu verwechseln mit Helmut Schmidt, Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Beinen und Eddie the Eagle.

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