MBA : Wenn der Prof auf Englisch schwäbelt

Deutschsprachige MBAs sind umstritten.

Stefani Hergert (HB)

Englisch ist die Sprache des Wirtschaftslebens. Da versteht es sich von selbst, dass die meisten MBA-Programme auf Englisch angeboten werden. Aber nicht nur in Deutschland kommen immer wieder Studiengänge in der Landessprache auf den Markt. Der Nutzen ist umstritten.

Einige Universitäten und Fachhochschulen wie die RWTH Aachen oder die Katholische Universität Eichstätt bieten Executive-MBA-Programme in deutscher Sprache an. Berufsbegleitende MBAs sind ein regionaler Markt, kaum ein Student fährt gern jede Woche länger als zwei, drei Stunden zur Business School. „Es muss ja nicht alles auf Englisch angeboten werden, Spanisch oder Chinesisch sind auch Weltsprachen“, sagt Ulrich Hommel, der auch für die europäische Akkreditierungsorganisation EFMD arbeitet. „Wenn man aber in Deutschland international sein will, ist Englisch naheliegend.“

An der Gisma Business School begann vor wenigen Wochen der erste Jahrgang des Wochenend-MBAs, der vor allem Nachwuchsführungskräfte aus Norddeutschland anzieht. Das Programm läuft laut Gisma-Geschäftsführerin Anette Tronnier dennoch auf Englisch. Die Teilnehmer erwarteten neben der Qualität der Ausbildung auch die fließende Kommunikation in Englisch sowie die Internationalität der Schule. Das sieht auch Christian Homburg, Leiter der Mannheim Business School, so. „Business Schools, die international konkurrenzfähig sein wollen, müssen ihre Programme komplett in englischer Sprache anbieten“, sagt er. Veranstaltungen auf Deutsch hielten gute Kandidaten aus dem Ausland vom MBA ab.

Das sehen nicht alle so. Die Universität St.Gallen bietet auch einen deutschsprachigen Executive MBA für Führungskräfte an. „Es gibt Teilnehmer, die Managementwissen verstehen wollen, aber den internationalen Kontext nicht brauchen“, sagt Wolfgang Jenewein, Direktor des Executive MBAs an der Hochschule. Viele Teilnehmer arbeiteten ohnehin beruflich in der Fremdsprache. In der Re-Akkreditierung durch die Organisation AACSB sei dieses Programm als einer von drei Best-Practice-Bereichen angeführt. Die Hochschule St. Gallen kann den deutschsprachigen EMBA aber nur anbieten, weil sie auch einen englischsprachigen EMBA hat. Einige Hochschulen wären dazu nicht in der Lage. „Es gibt viele Anbieter, die können kein englischsprachiges Programm anbieten, weil die Professoren es nicht sprechen können“, so Jenewein. Dann ist das Problem aber vielmehr die mangelnde Internationalität und vielleicht auch Qualität der Dozenten. 

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