McLaren : Dennis ist ab sofort komplett raus aus der Formel 1

McLaren-Präsident Ron Dennis zieht sich mit sofortiger Wirkung aus dem Formel-1-Geschäft zurück. Britische Medien vermuten den Grund in der Lügenaffäre um Weltmeister Lewis Hamilton .

WokingDen Rückzug gab der Rennstall bei einer Pressekonferenz in Woking bekannt. An seine Stelle tritt Teamchef Martin Whitmarsch. Dennis übernimmt die Verantwortung für die künftig ausgegliederte Straßenwagensparte "McLaren automotive".

Britische Zeitungen spekulieren, Dennis sei zu dem Schritt gezwungen worden, weil er angeblich in die Lügenaffäre um Weltmeister Lewis Hamilton verwickelt ist. Hamilton und der inzwischen entlassene Sportdirektor Dave Ryan waren beim Saisonstart in Australien der Falschaussage überführt worden. Dennis soll dort Einfluss auf Ryan genommen haben.

Ron Dennis hatte bereits bei der Vorstellung des aktuellen McLaren-Boliden nach 28 Jahren seinen Rückzug aus dem operativen Formel-1-Geschäft zum 1. März angekündigt. Dennoch wurde er beim Großen Preis von Australien am 29. März wieder an der Box gesichtet.

Dennis war seit 1981 nicht nur Teamchef von McLaren, sondern auch Mitbesitzer. Auch daran, dass die Partnerschaft mit Mercedes 1995 zustande kam, geht zu großen Teilen auf sein Konto. Negative Schlagzeilen machte er im Zusammenhang mit der Spionageaffäre 2007 und die daraus resultierenden Geldstrafe von 100 Millionen Dollar für McLaren-Mercedes.

Auch der neue Teamchef Whitmarsh könnte in Turbulenzen geraten. Der Internationale Automobilverband FIA hat Abschriften von BBC-Interviews angefordert. Geklärt werden soll die Frage, ob der Brite involviert ist. Zum Hintergrund: Unmittelbar nach dem Großen Preis von Australien sowie vier Tage später hatten Weltmeister Lewis Hamilton und der mittlerweile entlassenen McLaren-Sportdirektor Dave Ryan mit ihren Aussagen die Rennkommissare in die Irre geführt. Zuerst hatten diese Toyota-Pilot Jarno Trulli wegen eines Überholmanövers in der entscheidenden Szene während einer Safety-Car-Phase beim Saisonauftakt in Melbourne gegen Hamilton mit einer Zeitstrafe belegt. Dann strichen sie Hamilton aus der Wertung und Trulli bekam seinen dritten Platz zurück. Hamilton und Ryan waren auf der Basis von Funksprüchen überführt worden. (sp/dpa)